Frankfurt /Main Jenny Holzers Lehrer hätten keinen Cent darauf verwettet, dass ihre Schülerin mal Karriere macht. Mitte der 70er Jahre sollte die Studentin von der Kunsthochschule geworfen werden: „Ich hatte eine Reihe von grässlichen abstrakten Gemälden geschaffen“, erinnerte sie sich bei einem Vortrag fast vier Jahrzehnte später, „ich hatte keine Orientierung.“ Ihre Rettung sei die Aufnahme in das Studienprogramm des New Yorker Whitney Museums gewesen, sagte Holzer. Nach den Misserfolgen mit der Malerei fand sie ihr Medium: Texte.

Heute ist Holzers textbasierte Lichtkunst preisgekrönt. Die Konzeptkünstlerin, die am 29. Juli 70 Jahre alt wird, stellte auf der „documenta“ in Kassel aus, vertrat 1990 die USA bei der Biennale in Venedig und wurde dort mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Kunstkritiker sehen ihre Leistung darin, komplexen Gedanken mit ihrem Werk eine visuelle Form zu geben. Holzer wählt für ihre Arbeiten Texte, die sich vor allem mit Themen wie Feminismus, Macht, Krieg, Gewalt oder materieller Ungerechtigkeit beschäftigen und die westliche Gesellschaft kritisch-ironisch kommentieren.

Texte wie „Es ist besser, ein guter Mensch zu sein als ein berühmter“ lässt sie zum Beispiel über elektronische Bänder aus Leuchtdioden laufen. Sie schafft Lichtskulpturen: Säulen, auf denen mehrfarbige Texte aufleuchten oder ineinander verschränkte Balken mit fließenden LED-Texten.

Ihre Werke ergossen ihr Licht schon über den Boden der Fondation Beyeler, blinken an der Decke der Berliner Nationalgalerie, im New Yorker Museum of Modern Art, im Pariser Louvre, in der Londoner Tate Modern oder in der Hamburger Kunsthalle.

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