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Frankfurt /Main Es könnte eigentlich genau die richtige Zeit sein für einen „neuen Wedel“. Serien sind in, Fernsehsender und Streamingdienste werfen mit Millionen um sich. Die ARD und der Bezahlsender Sky lassen für 40 Millionen Euro das „Babylon Berlin“ der 1920er Jahre opulent wieder auferstehen. Man rühmt sich, die teuerste deutsche Serie aller Zeiten zu produzieren. Der Teuerste, dieses Etikett war mal für Dieter Wedel reserviert, den Regie-Berserker, den gefürchteten Pedanten, der Produzenten und Redakteure in den Wahnsinn treiben konnte, den Schauspieler-Fresser – wobei er das Image des Cholerikers am Set gerne selbst öffentlich befeuerte.

Doch für den einstigen Quotenkönig, der am 12. November 75 Jahre alt wird, scheint die Zeit der großen Fernsehproduktionen vorbei. Er ist immer noch aktiv und ehrgeizig. Aber Dieter Wedel, der neben Edgar Reitz („Heimat“) und Helmut Dietl („Kir Royal“) der bedeutendste deutsche Serien-Macher war, tobt sich nun als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele aus. Fernsehen, das war einmal, „Gier“ mit Ulrich Tukur war 2010 Wedels letzte TV-Arbeit. Darin erzählte „der letzte größenwahnsinnige Regisseur“, wie Schauspieler Claude-Oliver Rudolph ihn nannte, die Geschichte eines Hochstaplers.

„Der große Bellheim“ und „Der Schattenmann“ waren die Serien-Hits in den 1990er Jahren: Wedel auf dem Höhepunkt, beim ZDF. Und Wedel stand mit seinem Namen dafür, dass mit anspruchsvollen Filmen ein großes Publikum erreicht werden kann, dass Quote und Qualität zusammengehen. „Bei der Arbeit wäre ich gern so elegant wie Ernst Lubitsch, so einfallsreich wie Woody Allen, so humorvoll wie Loriot und so erfolgreich wie Steven Spielberg“, sagte er mal. Dass er bei der Arbeit auch die eine oder andere Szene aus anderen Filmen abkupferte, tat seinem Erfolg keinen Abbruch. „Bellheim“ wie „Schattenmann“ wurden vielfach ausgezeichnet. Zuvor hatte Wedel als Chronist deutschen Alltags für Furore gesorgt. Mit zwei Serien, die eine liebenswürdige deutsche Mittelschicht-Familie in den Mittelpunkt stellten, traf er in den 1970er Jahren den Nerv der Zeit. Wie Bruno und Trude Semmeling aus Hamburg mit den Widrigkeiten beim Bau eines Eigenheims kämpfen, das verfolgten an drei Sonntagabenden in der ARD bis zu 27 Millionen Zuschauer.

In Bad Hersfeld, wo er seit 2015 Intendant der Festspiele ist, sorgte Wedel 2017 für einen Eklat: Kurz vor der Premiere seines Stückes „Martin Luther“ feuerte er einen der vier Luther-Darsteller, den Burgschauspieler Paulus Manker. Das Ergebnis der Festspiele war dann wieder typisch Wedel: wohlwollende Kritik, Besucherrekord, Etat überzogen.

Fürs moderne Serienfernsehen könnte sein Leben selbst infrage kommen, als Filmstoff: Wedel, geboren 1942 in Frankfurt am Main, als Kind schwer an Tuberkulose und Kinderlähmung erkrankt, verlor seinen Vater im Alter von 14 Jahren. Er avancierte zum Fernseh-Star, wurde geliebt und gehasst, zeugte sechs Kinder mit sechs Frauen, lebte mit zwei Partnerinnen in einer offenen Beziehung. Das Satiremagazin „Titanic“ bezeichnete Wedel als „sexuell aktivsten deutschen Regisseur“.

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