Von reinhard tschapke

Frage: Afrikaner stürmen in Marokko auf eine mit Stacheldraht geschützte Wohlfahrts-Festung Europa . . .

stefanie zweig: Die Armen führen Krieg gegen die Reichen. In den Krieg will ich nicht geraten. Trotz großer Sehnsucht fahre ich auch nicht nach Kenia. Man erregt da als Europäer nur Neid.

Frage: Haben Sie Verständnis für die Afrikaner?

zweig: Sicher, die haben Träume, die wir nicht befriedigen können. Die glauben, Europa sei das gelobte Land mit Wasserklosett und Reichtum.

Frage: Ist das für Sie als Kennerin beschämend: die Armut dort, der Wohlstand hier?

zweig: Europa kann für die Afrikaner nicht die Armut beseitigen! Schon zu meiner Zeit versickerten Gelder. Ich werde müde, zu spenden.

Frage: Ihre Afrika-Zeit war die Kolonialzeit nach 1938 . . .

zweig: Man sagt das abschätzig, aber damals hat man wenigstens nicht gehungert! Heute liegt zum Beispiel die Analphabetenrate in Kenia bei etwa 50 Prozent!

frage: Tania Blixen ist durch „Jenseits von Afrika“ berühmt geworden, Sie durch „Nirgendwo in Afrika“. . .

zweig: Man sagt, ich würde die Urbevölkerung sympathischer schildern. Die Blixen würde die Afrikaner wie bessere Haustiere, wie große Kinder behandeln, denen man auf die Finger gucken muss.

Frage:   Können Sie Suaheli?

zweig: Ich habe die Sprache auf der Farm in Kenia gelernt, mit fünf Jahren. Bis heute habe ich nichts vergessen. Ich habe sogar meinem Lebensgefährten einige Brocken Suaheli beigebracht.

Frage: Ist das an Ihrem jetzigen Wohnort Frankfurt am Main denn sehr nützlich?

zweig: Es ist eine Art Geheimsprache. Wenn wir Besuch haben, können wir uns sagen: Komm’, die schmeißen wir raus, wir wollen ins Bett.

Stefanie Zweigs neues Buch „Und das Glück ist anderswo“ ist im Verlag Langen Müller erschienen (316 Seiten, 19,90 Euro).

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