Hamburg Der erste Siegfried-Lenz-Preis geht an den israelischen Schriftsteller Amos Oz. Das teilte die vor kurzem von dem Schriftsteller Siegfried Lenz ins Leben gerufene Stiftung am Donnerstag in Hamburg mit. Amos Oz werde den Preis am 14. November im Kaisersaal des Hamburger Rathauses entgegennehmen.

Amos Oz, 1939 in Jerusalem geboren, ist eine weltweit vernehmbare Stimme der hebräischen Literatur. In seinen sprachmächtigen Romanen gelingt ihm laut Jury „die Verschmelzung von Zeitgeschichte und individuellem Schicksal, er verbindet die politische Analyse mit der psychologischen Durchdringung seiner Figuren“. Indem er vom Schicksal Israels erzähle, erzähle er zugleich vom Schicksal des Menschen in der modernen Welt.

Oz wurde unter anderem mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels (1992), dem Siegfried-Unseld-Preis (2010) und dem Franz-Kafka-Preis (2013) ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Romane „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“, „Black Box“, „Allein das Meer“ und „Der perfekte Frieden“.

Mit dem Siegfried-Lenz-Preis sollen internationale Schriftsteller ausgezeichnet werden, „die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist“. Der Jury gehören Ulla Hahn, Christina Weiss, Ulrich Greiner, Rainer Moritz und Günter Berg an.

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur.

Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er zunächst nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die „Welt“ arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg.

Zu seinen berühmtesten Büchern gehören „So zärtlich war Suleyken“, „Das Feuerschiff“ sowie die Romane „Es waren Habichte in der Luft“, „Der Mann im Strom“ und „Deutschstunde“.

Die Siegfried-Lenz-Stiftung soll sein Werk wissenschaftlich aufarbeiten. Sie wird auch Stipendien vergeben sowie junge Künstler und Wissenschaftler, insbesondere Schriftsteller, unterstützen. Das persönliches Archiv von Siegfried Lenz geht an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach.


Infos:   www.siegfried-lenz.de 
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