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Frankfurt /Main Der Schriftsteller Navid Kermani (47) kann nach eigenen Worten die Auszeichnung mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels „noch gar nicht richtig fassen“. „Ich bin mit dem Friedenspreis als Kind aufgewachsen“, sagte der in Köln lebende Autor und Orientalist am Donnerstag.

„Mein Vater hat früher die Verleihung im Fernsehen immer vor dem ,Internationalen Frühschoppen’ gesehen.“ Er selbst habe seit den 1980er Jahren „immer mitgefiebert und (die Reden) mitgelesen“.

Der 1967 in Siegen geborene Kermani stammt aus einer iranischen Arztfamilie, die 1959 nach Deutschland kam. Er freue sich vor allem auch, dass seine Eltern bei der Verleihung am 18. Oktober dabei sein können.

Der renommierte Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25 000 Euro dotiert. Die Verleihung zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wird traditionell abwechselnd von ARD und ZDF gezeigt.

Kermani lebt seit Langem in Köln. In seinen Sachbüchern hat sich der habilitierte Islamwissenschaftler und Muslim unter anderem mit dem Koran und der islamischen Mystik beschäftigt. In seinen Romanen wie zuletzt „Große Liebe“ (2014) geht es um Grundfragen der menschlichen Existenz wie Liebe und Sexualität, Verzückung und Tod.

Kermani hat auch jüngst in Reportagen aus den Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens berichtet. 2014 rief er in seiner Festrede vor dem Bundestag zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes zu einer großzügigeren Flüchtlingspolitik auf.

Kermanis Werke zeigten, „wie sehr er sich der Würde des einzelnen Menschen und dem Respekt für die verschiedenen Kulturen und Religionen verpflichtet weiß“, heißt es in der Begründung. „Und wie sehr er sich für eine offene europäische Gesellschaft einsetzt, die Flüchtlingen Schutz bietet und der Menschlichkeit Raum gibt.“

Kermani, der mit einer Islamwissenschaftlerin verheiratet und Vater zweier Töchter ist, wird die Auszeichnung am 18. Oktober zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse entgegennehmen.

Zu den bekanntesten Preisträgern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gehören bisher Albert Schweitzer, Hermann Hesse, Siegfried Lenz, Martin Walser, Orhan Pamuk und David Grossman. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den amerikanischen Internetpionier und Internetkritiker Jaron Lanier.


Infos unter:   www.boersenverein.de 
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