München Als Rosen-Resli wurde sie zum Kinderstar, später machte sie Schlagzeilen in Hollywood und glänzte in der bayerischen TV-Kultserie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“.

Christine Kaufmann schrieb Bücher über Lebenslust, gab Schönheits-Tipps und hatte eine eigene Kosmetikserie. Mit 72 Jahren ist die Schauspielerin und Autorin in der Nacht zum Dienstag an Leukämie gestorben.

Von Kindesbeinen an stand die am 11. Januar 1945 in Lengdorf in der Steiermark geborene Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin im Rampenlicht. Erste Schritte ins Showleben machte sie – gemanagt von ihrer ehrgeizigen Mutter – mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatztheaters.

Golden Globe erhalten

Nach einem Kinodebüt in dem Zirkusfilm „Salto Mortale“ spielte sie sich als Neunjährige in dem Film „Rosen-Resli“ nach dem Buch von Johanna Spyri unter der Regie von Harald Reinl 1954 in die Herzen der Kinozuschauer. Die Karriere als Kinderstar war für sie nicht leicht. „Ich war sehr isoliert. Und die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind“, sagte sie 2014.

Mit 15 Jahren dann die höchste Auszeichnung: Für ihr Hollywooddebüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhielt Kaufmann einen Golden Globe. Die Kritik feierte die Darstellerin, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielte, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten Engagements in Hollywoodstreifen wie „90 Minuten nach Mitternacht“ (1962) oder „Taras Bulba“ (1962).

Doch die junge Frau machte auch privat Schlagzeilen: 1963 heiratete sie den 20 Jahre älteren Tony Curtis (1925– 2010) und zog sich für einige Jahre von der Filmarbeit zurück. Keine glückliche Ehe, wie sie später immer wieder beteuerte. Sie sei für ihn lediglich eine hübsche junge Visitenkarte gewesen.

Als die Ehe nach fünf Jahren geschieden wurde, kehrte sie mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra nach Deutschland zurück. Bei dem erbitterten Sorgerechtsstreit wurden die Kinder sogar nach Los Angeles entführt.

In Deutschland gelang ihr das Comeback: Sie war in TV-Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ zu sehen und gewann mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films Profil. Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen wie „Der Tod der Maria Malibran“ und „Tag der Idioten“. 1981 drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder an der Seite von Stars wie Barbara Sukowa und Mario Adorf die Filme „Lola“ und „Lili Marleen“.

Viermal verheiratet

Für viele Fans unvergessen sind ihre Auftritte in der TV-Serie „Monaco Franze“ des Bayerischen Rundfunks Anfang der 80er Jahre. Sie konnte ihr komödiantisches Talent zeigen. Daran schloss sie wieder an, als sie 2014 als skurrile Geisterbeschwörerin in Noël Cowards Schauspiel „Funkelnde Geister“ am Landestheater Linz auf der Bühne stand. „Ich wollte immer diese Rolle der komischen Alten spielen“, sagte sie und bekannte: „Theater ist so schön wie Radfahren!“

Neben ihren Engagements war Christine Kaufmann auch als Autorin aktiv. Sie schrieb Bücher wie „Verführung zur Lebenslust“ oder „Der Himmel über Tanger“, gab Wellness- und Beauty-Tipps und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Medien nannten sie die „schönste Großmutter Deutschlands“. Mit Leidenschaft pflegte Kaufmann, die viermal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden, war aber nicht ihr Wunsch. „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes. Ich habe auch keine Angst vorm Sterben“, sagte sie.

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