Dresden Die Leipziger Buchmesse beginnt erst am Donnerstag, aber schon jetzt ist klar, dass es erneut um Rechte gehen wird. Wie schwer dabei eine Grenzziehung fällt, zeigt die Kontroverse um den Schriftsteller Uwe Tellkamp (49). Im Diskurs mit dem Lyriker Durs Grünbein hatte Tellkamp seine Nähe zur AfD und der ausländerfeindlichen Pegida in Dresden zur Schau gestellt.

Die Empörung setzte erst richtig ein, als der Suhrkamp-Verlag am Freitag auf die Äußerungen Tellkamps reagierte und sich von seinem Autor („Der Turm“) distanzierte. Bei der Debatte vor mehreren Hundert Zuschauern hatte Tellkamp zu den Motiven von Flüchtlingen unter anderem gesagt: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent.“

In sozialen Medien gab es Kritik und Zuspruch für ihn. Manche Kommentare sahen ihn am rechten Rand wandeln. Andere lobten Tellkamps „klare Haltung“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprang ihm zur Seite. „Wenn ein Streitgespräch zur Verurteilung einer Person führt, darf man sich nicht wundern, wenn keine offene Debatte mehr geführt wird“, warnte er.

Für Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) handelt es sich „um eine „Privatmeinung, die ich nicht teile“, aber solche Verallgemeinerungen „geben denen Futter, die mit ausländerfeindlichen Parolen das gesellschaftliche Klima vergiften“.

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