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Berlin /Oldenburg Die Aufstellung für das amerikanische Oscar-Rennen verpasste das deutsche Film-Abenteuer „Victoria“ – aus formalen Gründen. In „Victoria“ wird zu 49 Prozent Englisch gesprochen, von der Oscar-Academy sind aber nur 40 Prozent erlaubt. Jetzt hat der experimentelle Echtzeit-Thriller von Sebastian Schipper immerhin Chancen auf den Preis, der als europäischer Oscar gilt. In drei Hauptkategorien geht „Victoria“ an diesem Sonnabend in Berlin ins Rennen um den Europäischen Filmpreis.

Der 138 Minuten lange, in nur einer einzigen Kameraeinstellung gedrehte Berlin-Krimi ist nicht nur in der Kategorie bester Spielfilm nominiert. „Victoria“-Darstellerin Laia Costa ist außerdem als beste Schauspielerin in der Auswahl, wo sie mit Rachel Weisz („Ewige Jugend“) und Charlotte Rampling („45 Years“) konkurriert. Schipper, der sein Abitur am Gymnasium Eversten in Oldenburg ablegte, ist als bester Regisseur nominiert.

Auch in der Kategorie bester Schauspieler ist ein Deutscher vertreten: Christian Friedel wurde für seine Leistung als Titeldarsteller in Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“ nominiert. Die Konkurrenz ist mit Stars wie Michael Caine („Ewige Jugend“) und Colin Farrell („The Lobster“) stark.

Als Favorit ist mit fünf Nominierungen die Komödie „Ewige Jugend“ des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino am Start. Je viermal nominiert sind der schwedische Venedig-Gewinner „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson und der Sciene-Fiction-Film „The Lobster“ des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos.

Die Trophäe für den besten Spielfilm ging zuletzt 2006 an einen deutschen Regisseur. Damals nahm Florian Henckel von Donnersmarck für sein Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ die Preisstatue in Gestalt einer Frau in einem mit Europa-Sternen besetzten Kleid entgegen. Zwei Gewinner stehen bereits fest: Christoph Waltz und die britisch-französische Schauspielerin Charlotte Rampling erhalten Ehren-Preise.

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