OLDENBURGER LAND Künstler unter sich sind eine Geschichte für sich. Jürgen Weichardt, Kunstkritiker und rühriger Herausgeber des neuen Bandes „Kunst im Oldenburger Land“, brachte es am Mittwoch auf den Punkt: „Wann“, fragte er in Oldenburgs Stadtmuseum, „haben sich zuletzt so viele Künstler freudig versammelt?“ Die Antwort lag auf der Hand: Seit Jahren gab es das nicht mehr.

Weg in die Moderne

Ein neues Buch führte nun über 70 Künstler des Oldenburger Landes auf einer Veranstaltung zusammen, und was als Pressekonferenz gedacht war, entpuppte sich als fröhliches Familientreffen der regionalen Künstlerszene.

„Endlich sei es geschafft“, betonte Michael Brandt, der Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft. Die hatte einst den Auftrag vergeben, das längst überfällige Nachschlagewerk zu erstellen. Unermüdlich und geduldig war Weichardt die Sache angegangen. Die Mühe hat gelohnt, für das Oldenburger Land gibt es heute kein vergleichbares Kompendium.

Weichardt berichtete von den Problemen des Almanachs, von den gerade mal 100 Künstlern, die nur im Buch vorgestellt werden konnten mit jeweils kurzer, stichwortartiger Biografie, einem Konterfei und einem beispielhaften Kunstwerk. Einige Künstler haben sich leider nicht ablichten lassen, andere ihr Alter verschwiegen – offenbar kam man da Eitelkeiten entgegen.

Zwei Beiträge zu Beginn des Katalogs beleuchten den künstlerischen Weg des Nordwestens in die Moderne. Mindestens 300 Künstler wohnen heute im Oldenburger Land, so Weichardt. Von A (wie Edda Akkermann) bis Z (wie Kurt Zeh) reicht der Überblick. Das gewiss unvollständige Buch, sagt Weichardt bescheiden, sei eigentlich nur als Initialzündung für weitere Bände gedacht.

13 Jahre Arbeit

Tatsächlich ist das praktische, schön farbkräftig gedruckte Werk im Moment des Erscheinens veraltet. Neue Künstler kommen hinzu, andere sind gar nicht erfasst. Das Oldenburger Land, die anwesenden Künstler hörten es gern, sei geradezu „eine Wiege der Kunst“ (Weichardt). Was leider nicht überall in der Republik so gesehen werde.

Nach welchen Kriterien die Künstler ausgewählt wurden – Michael Ramsauer ist zum Beispiel dabei, aber ein so namhafter Künstler wie Thomas Schütte nicht? Weichardt sagt es deutlich: „Ich traf die Auswahl. Wir bauen, wie gesagt, auf weitere Bände.“

Es muss ja nicht wieder so lange dauern wie bei diesem Buch. Von der Idee bis zum Erscheinungstag vergingen lächerliche 13 Jahre.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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