HAMBURG „Achtung, hier ist Sky News Mumbai mit den neuesten Nachrichten: Indien wird von einer Heavy-Metal-Welle heimgesucht! Immer mehr Teenager wenden sich von der Bollywood-Musik ab und hören stattdessen Heavy Metal.“

„Jaaaa“, kreischen derweil die indischen Teenager; auf dem Rollfeld ist gerade Flug 666 gelandet, die „Ed Force One“. An den Rumpf der Boeing 757 hat jemand in riesigen Lettern den Bandnamen „Iron Maiden“ gesprüht, das Heck ziert ein Bild des Bandmaskottchens, Gruselmonster Eddie. Am Steuerknüppel sitzt Bruce Dickinson (50), Sänger der britischen Heavy-Metal-Gruppe Iron Maiden.

Iron Maiden, 1975 gegründet, hat nach eigenen Angaben „die ehrgeizigste Tournee der Welt“ gestartet: In 43 Tagen will die Band rund 70 000 Kilometer zurücklegen und 23 Konzerte in 21 Städten spielen. „Wir hatten nämlich eine Idee“, erklärt Dickinson: „Wenn wir Musiker, Crew und Ausrüstung in ein Flugzeug hineinbekämen, dann könnten wir endlich in all jenen Ländern auftreten, von denen es sonst immer hieß, eine Tournee dorthin sei zu teuer.“

Also quetschten die Techniker sechs Musiker, 70 Roadies und zwölf Tonnen Verstärkeranlagen in die Boeing – und jetzt fliegt die Band erstmals nach Indien, Australien und Costa Rica. Die Dokumentarfilmer Sam Dunn und Scott Fayden („Global Metal“) begleiteten Flug 666, um laut Filmverleih ein „ehrliches und enthüllendes Porträt“ über Iron Maiden zu drehen.

Das ist der Film allerdings nicht geworden: „Was passiert eigentlich bei Ihnen hinter der Bühne?“, will ein indischer Journalist wissen. „Wir könnten Ihnen das Geheimnis verraten – aber dann müssten wir Sie töten“, antworten die Musiker feixend.

„Flight 666“ will keine Geheimnisse ausplaudern – der Film erzählt lieber von der Liebe zur Musik. Da jubeln in Costa Rica Fans in die Kamera, die aus El Salvador oder Honduras angereist sind, um ihre Lieblingsband zu sehen; einer hat eigens seinen Job gekündigt, um an diesem Tag dabei sein zu können. In Kolumbien harren die Maiden-Fans eine Woche ohne Nahrung aus, um einen Platz vor der Bühne zu ergattern. Nach dem Konzert zeigt ein großer Mann, bärtig und ganz in Leder, seine Trophäe: einen Drumstick von Schlagzeuger Nicko BcBrain. Der Mann weint vor Glück.

Ihr ganzes Leben haben diese Fans auf ein Konzert von Iron Maiden gewartet. Dunn und Fayden halten ihre Begeisterung fest, zeigen die staunenden Musiker, blenden Fernsehnachrichten ein und montieren diese Szenen immer wieder mit großartigen Bühnenmomenten zusammen. Aus den Lautsprechern krachen dazu Maiden-Gassenhauer wie „666 – The Number Of The Beast“.

In den vergangenen 29 Jahren hat die Band 70 Millionen Tonträger verkauft. Jetzt stehen da Vater, Mutter, Sohn und Tochter in Australien vor einer Konzerthalle und gucken komisch, als die Filmemacher sie fragen, warum sie alle Iron Maiden so toll finden. „Warum?“, fragt die Tochter verblüfft: „Na, weil sie die Größten sind!“

Am Dienstag, 21. April, ist „Maiden Day“: In 400 Kinos weltweit wird „Flight 666“ gezeigt. Mit dabei ist die UCI Kinowelt Wilhelmshaven; dort läuft der Film ab 20 Uhr. Am 22. Mai wird der Film als DVD veröffentlicht (EMI Music).

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