London Er übernahm unzählige Filmrollen, vor allem aber war er Bond – James Bond. Der Name Roger Moore wird immer mit seiner Paraderolle „007“ verbunden sein – auch wenn Kritiker sagen, er habe Ian Flemings Agentenstoff zum Klamauk verkommen lassen. Nach seiner Pensionierung als Geheimagent 007 rettete er nicht mehr die Welt, sondern half lieber Kindern und Tieren. Am Dienstag starb Roger Moore im Alter von 89 Jahren in seiner Schweizer Wahlheimat. Er erlag nach Angaben seiner Familie einem Krebsleiden.

Irgendwie wurde man nie den Eindruck los, dass Roger Moore das Lächeln angeboren war. Ob er in der Rolle seines Lebens als Geheimagent ihrer Majestät gerade mit einem der Bond-Girls flirtete, als Simon Templar einen Geheimauftrag ausführte oder vor Live-Publikum seine Bücher signierte: Der Schalk schien dem langen Londoner stets im Nacken zu sitzen. Kurz vor seinem Tod räumte er noch mit einem Irrtum auf: Bei Frauen sei er immer unsicher gewesen, sagte der Inbegriff des Womanizers im Herbst dem „Daily Telegraph“.

Seit seinem ersten Bond-Film „Live and Let Die“ („Leben und sterben lassen“, 1973), wurde Sir Roger mit der Rolle als 007 in Verbindung gebracht – obwohl er nie einen Wodka Martini mit den Worten „geschüttelt, nicht gerührt“ bestellt hatte.

Siebenmal gab Moore in den 1970er und 1980er Jahren den Super-Agenten und gleichzeitig das Sex-Symbol im Geheimdienst Ihrer Majestät, öfter als jeder andere seiner Schauspieler-Kollegen. Er ist der erste der sechs Bond-Darsteller, der nicht mehr am Leben ist. Als er 58 wurde, gab er die Lizenz zum Töten zurück. „Das war der Tiefpunkt in meinem Leben“, sagte er einmal dem „Guardian“. Ob im Scherz wurde nicht klar.

Dabei war Roger Moore, Sohn eines Polizisten und Junge aus einfachen Verhältnissen im armen Londoner Süden, in den vergangenen Jahren nicht immer nur zum Lachen. Er kämpfte mit seinem Prostata-Krebs und Herzrhythmusstörungen. Seinen Herzschrittmacher bezeichnete er einmal als seinen wertvollsten Besitz.

Nach den Bond-Filmen engagierte Moore sich zunehmend für das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die Tierschutzorganisation Peta. Für seinen Einsatz erhielt er 2003 in Deutschland das Bundesverdienstkreuz.

Bis ins hohe Alter war Sir Roger rastlos, die Bühne immer noch sein Zuhause. Auch als Buchautor war er aktiv, etwa als er in seinem Werk „Bond on Bond“ („Bond über Bond“) 50 Jahre Dienstzeit des Superagenten Revue passieren ließ. Er war sich auch nicht zu schade, kleinere Auftritte zu genießen, etwa als er in Bremen den Startschuss für das Sechstagerennen gab.


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