Die britische Band Deep Purple tritt am 26. November (20 Uhr) in der Oldenburger Weser-Ems-Halle auf. Gitarrist Steven J. Morse (56) stammt aus den Vereinigten Staaten.

Sie haben 1993 in der Band Deep Purple die Nachfolge des legendären Ritchie Blackmore angetreten. War das eine große Bürde? Morse: Es war für die Band nicht ganz ungewohnt, mit anderen zu spielen. Und für mich war es eine Herausforderung – aber eine, die Spaß machen sollte.

Gab es Vorgaben, als Sie neue Lieder komponiert haben? Morse: Nein, da hatte ich fast alle Freiheiten. Die anderen Bandmitglieder wollten auch nicht, dass ich als ein weiterer Klon von Blackmore gesehen würde, deshalb änderte sich unser Stil mit der Zeit. Die Kritiken zu unserem ersten gemeinsamen Album „Purpendicular“ fielen euphorisch aus – es gab durch mich eine musikalische Weiterentwicklung.

Der Sänger Ian Gillan gilt als schwierig. Wie kommen Sie mit ihm klar? Morse: Ian und ich sind schon Jahrzehnte im Musikgeschäft, also weiß ich, was ich machen darf und was absolut nicht geht. Anfangs war es natürlich ein Herantasten an die berühmten Kollegen, doch im Laufe der Zeit wurde mein Spielraum größer. Wobei es auch heute noch immer Einschränkungen für mich gibt – ich bin ja seit 17 Jahren der Neue in der Band.

Haben die Fans Sie mittlerweile akzeptiert? Morse: Es gibt einen geringen Prozentsatz von Fans, die mich nicht wollen. Während meiner ersten Tour mit Deep Purple wurden sogar Gegenstände nach mir geworfen, als ich auf der Bühne war. Doch im Laufe der Jahre hat sich das gelegt.

Seit dem letzten Studioalbum „Rapture Of The Deep“ sind fünf Jahre vergangen. Können die Fans auf eine neue CD hoffen? Morse: Wir tragen zwar Ideen zusammen, die wir auf einem Album verwenden wollen, aber wir haben es nicht eilig. Die Zeiten, in denen eine Gruppe wie die unsere einen großen Plattendeal hinter sich hatte, der auch neue Songs und Alben verlangt, sind vorbei. Das Musikgeschäft hat sich grundlegend geändert, und so ist die Aufnahmezeit im Prinzip eine ehrenamtliche Aufgabe, denn es bezahlt niemand den tatsächlichen Wert und die Arbeit, die es mit sich bringt.

Wird es beim Auftritt in Oldenburg Unterschiede im Programm zu früheren Gastspielen geben? Morse: Ja, denn wir sind tatsächlich dabei, ein anderes Programm zusammenzustellen. Früher war es schwieriger, dafür die Liste der Lieder abzustimmen, da wir uns direkt trafen. Dadurch, dass wir in verschiedenen Ländern leben, erfolgt diese Diskussion per E-Mail, was die Situation entspannter sein lässt. Natürlich planen wir nicht, „Smoke On The Water“ oder „Black Night“ aus dem Programm zu werfen.

Sie haben eine Fluglizenz, fliegen Sie, ähnlich wie Bruce Dickinson von der Gruppe Iron Maiden, denn auch die Band zu den Auftritten? Morse: Ich habe das einige Male bei meinen vorherigen Bands gemacht, aber bei Deep Purple geht es nicht, da der Tross der Mitreisenden und das viele Gepäck eine Flugzeuggröße voraussetzen, die ich nicht fliegen darf.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.