Venedig Es ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich der Sommer dem Ende zuneigt: Die Saison der herbstlichen Filmfestspiele beginnt, und den Auftakt gibt am Mittwoch mit Venedig das älteste und imposanteste Filmfest der Welt. Ebenfalls im September folgen Toronto und New York mit ihren Festivals.

Die verschiedenen Filmfeste konkurrieren nicht nur um die besten globalen Filme, sondern auch um die Präsenz der größten Hollywood-Stars. Im Folgenden ein Überblick über erwartete Höhepunkte während der elf Filmfesttage in der Stadt der vielen Kanäle.

HOCHKARÄTIGES ZUM START

Venedigs Wahl der Eröffnungsfilme zeigt oft erstaunliches Gespür für spätere Erfolge. 2013 schickte die Jury den Weltraum-Thriller „Gravity“ in den Orbit - der Film gewann sieben Oscars. 2014 lief die Tragikkomödie „Birdman“ zum Start des Filmfestes und konnte später vier Oscars einheimsen.

Filmfestdirektor Alberto Barbera sagte dazu am Dienstag, der Eröffnungsfilm müsse eine Balance schaffen zwischen Kunst und dem Geschmack des Publikums. Auch diesmal ist die Spannung groß. Zu sehen ist am Mittwoch der auf einer wahren Geschichte beruhende Himalaya-Thriller „Everest“ von Baltasar Kormákur um einen Überlebenskampf am höchsten Berg der Welt. Jake Gyllenhaal, Robin Wright, Emily Watson und Jason Clarke spielen in dem Werk mit.

SCHWERGEWICHTE AUS HOLLYWOOD

Einige der größten Stars aus Hollywood werden sich auf dem Roten Teppich auf der Lido-Insel von Venedig zeigen - und auf eine erfolgreiche Generalprobe für die Oscar-Nacht hoffen. Zu den potenziellen Preisträgern von Venedig gehört Johnny Depp, der in „Black Mass“ von Scott Cooper mitwirkt. Auch Eddie Redmayne gehört zum Kreis der Favoriten mit seiner Rolle eines Transgenders in „The Danish Girl“ von Tom Hopper.

Ebenso gute Karten für eine Auszeichnung werden Idris Elba eingeräumt, der in dem Kindersoldatendrama „Beasts of No Nation“ von Cary Fukunaga einen afrikanischen Warlord mimt.

Auch „Birdman“ Michael Keaton wird wieder mit von der Partie sein - an der Seite von Mark Rufallo und Stanley Tucci spielt er in „Spotlight“ mit. In dem Film von Tom McCarthy geht es um Journalisten der Tageszeitung „The Boston Globe“, die einem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf die Spur kommen.

GLOBALE GIGANTEN

Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón und seine Jurykollegen werden möglicherweise ins Schwitzen geraten, um unter den 21 Filmen des Festes den höchsten Preis - den Goldenen Löwen - zu vergeben. Denn viele namhafte Regisseure sind im Rennen.

Der Israeli Amos Gitai etwa greift die traumatische Ermordung von Minsterpräsident Izchak Rabin im Jahr 1995 in „Rabin, The Last Day“ auf. Sein russischer Kollege Alexander Sokurow - er gewann bereits den Goldenen Löwen - erzählt die Geschichte des Pariser Louvre - und Europas - in „Francofonia“. Marco Bellocchio aus Italien widmet sich dem beliebten Vampir-Thema in „Blood of My Blood“.

WAHRE DRAMEN

Tragische oder das Leben völlig umkrempelnde Ereignisse sind unter den Dokumentarfilmen stark vertreten. Zhao Liang gilt mit „Behemoth“ über gigantischen Minen in der chinesischen Steppe als Anwärter auf den Goldenen Löwen. Ewgeni Afineewski zeigt in „Winter On Fire“ die Massendemonstrationen, die in der Ukraine zum Sturz der prorussischen Regierung 2014 führten.

Amy Berg zeichnet in „Janis“ das kurze, sensationelle Leben der Bluessängerin Janis Joplin nach, während der für seine spektakulären Luftaufnahmen gefeierte Yann Arthus-Bertrand die Menschheit in seinem Kaleidoskop „Human“ feiern wird.

KINO-KONTROVERSE

Kein Filmfest wäre komplett ohne die tiefschürfende Diskussion um die Zukunft des Kinos. Den Anlass dazu wird der Streaming-Anbieter Netflix liefern. Er schockt die Filmbranche mit Plänen, seine Produktion „Beasts of No Nation“ im Oktober gleichzeitig auf Abruf im Internet und in Kinos zu zeigen.

Doch Filmfestdirektor Barbera nimmt es eher philosophisch: „Wir können nicht vermeiden, dass es Internet und die neuen Digitalen Plattformen gibt und dass sie mit den traditionellen Filmtheatern konkurrieren“, sagt er. „Wir müssen einen Weg finden, um zusammenzuarbeiten.“

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