WACKEN Das „Wacken Open Air“ hat auch im 19. Jahr seinen Ruf als friedliches Fest bestätigt. 75 000 Heavy-Metal-Fans aus der ganzen Welt feierten mit 1800 Dörflern im tiefsten Schleswig-Holstein drei Tage lang eine fröhliche Rock-Party. Mehr als 80 Bands verwandelten mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel den sonst beschaulichen Ort in ein Zentrum der Hardrock-Szene.

Einer der Höhepunkte war der Auftritt der britischen Band Iron Maiden (zu deutsch: Eiserne Jungfrau). Die 1975 gegründete Rockgruppe um den Sänger Bruce Dickinson begeisterte auch die Kinder ihrer ersten Fan-Generation. Schon Stunden vor dem Auftritt der Band besetzen hunderte junger Menschen den Bereich direkt vor der Bühne – alle um die 20 Jahre alt. Sie wollten ihren Idolen nahe sein, kannten jeden Song auswendig. Den Hit „Run to the Hills“ etwa sangen sie mit gereckten Fäusten aus voller Seele mit.

Weiter entfernt von der Bühne übten sich unterdessen die Fans des „Headbanging“ mit wilden Kopfbewegungen im Takt der Musik. Riesige Video-Wände übertrugen die Show bis in die letzten Winkel des Geländes, wo zahlreiche Rock-Fans in Grüppchen auf dem Boden picknickten. Auch abseits des direkten Geschehens war die Begeisterung groß.

Metal-Fans sind keine homogene Gruppe. Es gibt diverse Varianten und Sub-Stile mit meist fließenden Übergängen – unter anderem Death-, Folk-, Gothic-, Industrial-, Speed- und True-Metal. So haben auch die Finnischen Grand-Prix-Gewinner von 2006 in Wacken ihre Fans. Lordi und seine Band boten nicht nur akustisch, sondern optisch etwas Besonderes. Bei ihren einzigartigen Bühnenshows treten die Musiker grundsätzlich maskiert und in schweren Kostümen aus Latexschaum auf. Bis zu zwei Stunden dauert es vor jedem Auftritt, bis sich die vier Männer und eine Frau in grimmige Monster verwandelt haben.

Am Ende des Festivals zeigten sich alle zufrieden. Die Fans, weil sie drei Tage lang in „ihrer Welt“ leben und ihre Kultur feiern konnten. Die 14 Ärzte, 120 Rettungsassistenten und 250 DRK-Helfer, weil die meisten Konzertbesucher gesund blieben. Die Mediziner mussten 2800-Mal Erste Hilfe leisten und 300 Patienten ins Krankenhaus bringen.

„Besonders Wespenstiche lösten bei etlichen Metalheads böse allergische Reaktionen aus“, sagte Jörg Zydziak von der Rettungskooperation in Schleswig-Holstein. Auch die Sicherheitskräfte gaben sich entspannt.

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