Frage: Frau Rövekamp, wie ist die EWE-Stiftung darauf gekommen, Kultur- und Bildungseinrichtungen mit einem Nothilfe-Programm zu fördern?

Rövekamp: Aus dem Umfeld der Stiftung haben wir erfahren, dass der eine oder andere Verein in Nöte gerät. Und die EWE Stiftung ist auch direkt um Hilfe gefragt worden. Als Vorstand sehen wir uns gemeinsam mit dem Stiftungsrat in der Verantwortung, den Betroffenen in dieser Ausnahmesituation zur Seite zu stehen. Das Zweite ist, dass die Lotto-Sport-Stiftung in Hannover dieselbe Idee hatte, für kulturelle Veranstaltungen der Vereine einen Fonds aufzulegen. Deshalb haben wir gesagt: Das ist eine gute Idee, das machen wir auch. Und wir haben 25 000 Euro für Vereine oder andere gemeinnützige Organisationen in Not bereitgestellt, die maximale Fördersumme für jedes einzelne Engagement beträgt 500 Euro.

Frage: Die EWE-Stiftung hat ein großes Einzugsgebiet. Wird das bereitgestellte Geld für alle Wünsche reichen?

Rövekamp: Wir haben ja noch keine Erfahrung damit. Es mag sich herausstellen, dass es ein Tropfen auf den sprichwörtlich heißen Stein ist. Wenn man sich vorstellt, dass zum Beispiel kleine Vereine damit eine Bürokraft für einige Stunden im Monat weiterbeschäftigen können, sind das ja die richtigen Ansätze. Andere Stiftungen denken ähnlich.

Frage: Die Auszahlung der Nothilfe ist an Regularien gebunden. Das ist für kleine Einrichtungen manchmal eine Hürde. Wird die Hilfe die Kultureinrichtungen erreichen?

Rövekamp: Die Nothilfe der EWE Stiftung wird an juristische Personen, also gemeinnützige Vereine, oder Körperschaften öffentlichen Rechts gezahlt, die dem satzungsgemäßen Zweck von Kunst und Kultur sowie Erziehung und Bildung Rechnung tragen. Auf unserer Web-Seite ist ein Formular, das können Vereine herunterladen, ausfüllen und per E-Mail an die Stiftung schicken. Wir werden jetzt nicht zahllose Prüfungen vornehmen, sondern nach der Devise ,Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser’ handeln, und damit schnell und unbürokratisch helfen. Das ist aus meiner Sicht das Gebot der Stunde.

Frage: Was vermissen Sie derzeit im Kulturleben am meisten? Gibt es etwas, was Sie besonders herbeisehnen?

Rövekamp: Ich sehne die vielen Veranstaltungen auf dem Schlossplatz in Oldenburg herbei, aber auch die vielen Konzerte in der Region oder Autorenlesungen. Mir persönlich fehlt auch der Umgang mit den Menschen, weil das Abstandhalten ja das Gebot dieser Tage ist. Ich hoffe, dass wir bald zur Normalität zurückkehren, dass zum Beispiel gerade die kleinen Geschäfte wieder öffnen können. Ich betrachte die Entwicklung mit Sorge und hoffe dennoch, dass wir diese Zeit alle gut überstehen werden.


     www.ewe-stiftung.de 
Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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