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Cannes Für den Hauptpreis hat es am Ende nicht gereicht. Beim Filmfest Cannes hatten viele Kritiker mit einer historischen Preisverleihung und einer Goldenen Palme für eine Frau gerechnet. Vor allem die Französin Céline Sciamma wurde für ihre lesbische Liebesgeschichte „Portrait of a Lady on Fire“ hoch gehandelt. Es wäre erst die zweite Palme der Festivalgeschichte für eine Regisseurin gewesen.

Daraus wurde dann zwar nichts, dennoch sind die Auszeichnungen vom Samstagabend auch ein großer Erfolg für Frauen in der Filmwelt. Immerhin gingen drei der Preise an Werke von Regisseurinnen. Der überragende Gewinner war allerdings der Südkoreaner Bong Joon-ho. Er gewann die Goldene Palme für seinen clever erzählten, gesellschaftskritischen Thriller „Parasite“.

Wichtigste Preisträger des Festivals

Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:

Goldene Palme: „Parasite“ von Bong Joon-ho (Südkorea) Großer Preis der Jury: „Atlantique (Atlantics)“ von Mati Diop (Frankreich) Preis der Jury: „Les Misérables“ von Ladj Ly (Frankreich) und „Bacurau“ von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles (Brasilien) Beste Schauspielerin: Emily Beecham für „Little Joe“ von Jessica Hausner (Österreich) Bester Schauspieler: Antonio Banderas für „Dolor y Gloria“ von Pedro Almodóvar (Spanien) Beste Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne für „Le jeune Ahmed“ (Belgien) Bestes Drehbuch: Céline Sciamma für „Portrait of a Lady on Fire“ (Frankreich)

Kaum ein anderer Wettbewerbsbeitrag hatte das Publikum so überrascht und unterhalten wie „Parasite“, der sich nicht so klar einordnen lässt. Was zunächst wie ein sozialkritisches Drama wirkt, entwickelt sich zu einem schwarzhumorigen Thriller: Eine Familie aus prekären Verhältnissen wittert ihre Chance, gleich mehrere Jobs bei einer wohlhabenden Familie zu bekommen – dafür müssen aber die derzeitigen Hausangestellten aus dem Weg geräumt werden. Der 49-jährige Regisseur Bong, der 2017 mit dem Netflix-Film „Okja“ in Cannes war, findet immer neue Wendungen, um „Parasite“ zu einer vielschichtigen Erzählung zu entwickeln.

Viele Werke im diesjährigen Wettbewerb hätten drängende soziale Fragen angesprochen, sagte Jurypräsident Alejandro González Iñárritu, betonte aber auch, dass die Jury-Entscheidung keine soziale oder politische Agenda verfolgt habe. Jeder Film müsse für sich selbst sprechen.

Auffällig war allerdings dabei, dass viele der Regie-Altmeister dieses Mal leer ausgingen. Weder der US-Amerikaner Terrence Malick noch der Brite Ken Loach wurden geehrt, obwohl ihre Werke zu den stärksten gehört hatten. Immerhin: Für das stimmungsvoll melancholische Drama „Dolor y Gloria“ des Spaniers Pedro Almodóvar gab es die Ehrung für Antonio Banderas als bester Schauspieler. Der 58-Jährige spielt einen schwulen Regisseur, der auf sein Leben zurückblickt.

Ansonsten aber zeichnete die Jury aus diesem insgesamt sehr guten Wettbewerb viele Werke von jüngeren Filmemachern – und Filmemacherinnen – aus. Die geringe Beteiligung von Frauen war im Vorfeld viel kritisiert worden, stammten doch nur vier von 21 Beiträgen von Frauen. Doch die konnten die Jury überzeugen. Die Regisseurin Sciamma, die mit ihrem still erzählten Beitrag „Portrait of a Lady on Fire“ berührte, wurde zumindest für das beste Drehbuch geehrt.

Mit „Little Joe“ wiederum, einer deutschen Koproduktion, legte die Österreicherin Jessica Hausner ein kunstvoll stilisiertes Drama über Risiken moderner Forschung vor. Die Britin Emily Beecham (35) spielt eine Wissenschaftlerin, die eine genmanipulierte Pflanze entwickelt – sie gewann die Trophäe als beste Schauspielerin.

Die wichtigste Auszeichnung war aber der Große Preis der Jury für „Atlantics“ von Mati Diop, eine Französin mit senegalesischem Hintergrund. In dem in Senegal gedrehten Film soll eine junge Frau mit einem ihr unbekannten Mann verheiratet werden, obwohl sie einen anderen liebt. Die 36-jährige Diop erzählt dies aber nicht als Drama, sondern als Märchen mit traumartigen Sequenzen. „Der Film hat uns sehr berührt“, sagte Jurymitglied Elle Fanning.

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