SAN FRANCISCO Harvey Milk ist seit über 30 Jahren tot. Der erste offen schwule US-Politiker, der in den 1970er Jahren in den Stadtrat von San Francisco gewählt wurde und zum Anführer der Homosexuellenbewegung aufstieg, mag vielen Kinogängern kein Begriff sein. Mit „Milk“ setzen US-Regisseur Gus Van Sant und der eigenwillige Hollywood-Star Sean Penn dem charismatischen Bürgerrechtler ein längst überfälliges Denkmal.

Das bewegende Drama, das heute in die deutschen Kinos kommt, ist für acht Oscars nominiert, darunter in der Königskategorie „Bester Film“, für die Regie Van Sants und für Penns schauspielerische Glanzleistung.

Milk, der inoffizielle „Bürgermeister von Castro Street“, hatte es 1977 im dritten Anlauf geschafft, in den Rat von San Francisco gewählt zu werden. Doch schon am 27. November 1978 wurde Milk von dem konservativen Ex-Polizisten Dan White, ebenfalls Stadtrat, erschossen.

Ganz locker steigt Van Sant in das Drama ein. 1970, in einer New Yorker U-Bahnstation, flirtet der Versicherungskaufmann Milk mit einem jungen Hippie (James Franco) und schleppt ihn ab. Mit Sekt und Sex feiern sie in Harveys 40. Geburtstag hinein. Das Paar zieht nach San Francisco, wo es Anfang der 70er Jahre noch gefährlich war, offen schwul zu sein. Im Castro-Viertel, heute das Mekka der Homosexuellen, wird Milk zum Sprachrohr der Schwulen. Mit Charme, Witz, Kampfgeist und Hartnäckigkeit mobilisiert er Helfer und zieht Wähler auf seine Seite, so wie auch Penn die Zuschauer. Für diese Rolle wurde Penn bereits von der US-Schauspielergewerkschaft „SAG“ zum besten Darsteller gekürt. Zu Tränen gerührt bedankte er sich und bezeichnete den Film als „eine Geschichte über gleiche Rechte für alle Menschen“, unabhängig von deren Sexualität.

„Milk“ handle von „fast allem – Liebe, Tod, Politik, Sex und Modernität“, begeisterte sich die „New York Times“, „ohne dabei die innigen Details aus dem Auge zu verlieren.“

Lob von allen Seiten. – Nur der verdiente Oscar fehlt noch.

Infos unter: www.milk.film.de

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