Los Angeles Anfang des Jahres machte eine Nachricht in den Medien die Runde: Jack Nicholson wolle doch noch einmal vor der Kamera stehen und zwar in einem Remake der deutschen Komödie „Toni Erdmann“. Laut „Guardian“ war Nicholson von Maren Ades Film so begeistert, dass er sich nun für eine Neuverfilmung stark macht.

Toni will er demnach selbst spielen – die Rolle als aufmüpfiger Alter mit wilder Mimik und schlechtem Benehmen würde zu Jack Nicholson passen. Schräge Typen sind seine Spezialität, sein Haifischgrinsen ist legendär. Am 22. April wird er 80 Jahre alt.

Er kam 1937 in New York auf die Welt, als John Joseph Nicholson. Dass seine 17 Jahre ältere „Schwester“ June in Wirklichkeit seine Mutter und seine „Mutter“ Ethel seine Großmutter war, erfuhr er im Jahr 1974. Wer sein Vater war, weiß er bis heute nicht.

Schon als Jugendlicher träumte Nicholson vom Film, ging nach Hollywood, nahm Schauspielunterricht. Seine Karriere begann mit kleinen Rollen in Horrorkomödien. Der Durchbruch kam 1969 mit dem Roadmovie „Easy Rider“. Drei Biker – Peter Fonda, Dennis Hopper und Nicholson – touren durchs ländliche Amerika auf der Suche nach Freiheit, Drogen und Sex.

Erster Oscar

Nicholson spielte oft unangepasste, abgründige Typen, wie den Kleinkriminellen R.P. Murphy in Milos Formans „Einer flog über das Kuckucksnest“, jenem aberwitzigen Psychiatrie-Film, der 1975 den Nerv der Hippie-Generation traf. Er brachte Nicholson auch den ersten Oscar ein.

In Roman Polanskis Thriller „Chinatown“ (1974) legt Nicholson sich als Privatdetektiv Jake Gittes mit den Reichen und Mächtigen an, steckt lauter Niederlagen ein – und grinst einfach nur. Seine Partnerin ist Faye Dunaway.

Nicholson hat in vielen Genres brilliert, ob in Western („Duell am Missouri“), Militärfilmen („Eine Frage der Ehre“), Comics („Batman“) oder Romanzen wie „Zeit der Zärtlichkeit“ (1983), für die er seinen zweiten Oscar erhielt. Er führte aber auch Regie, etwa bei der „Chinatown“-Fortsetzung „The Two Jakes“.

In Stanley Kubricks Horror-Klassiker „Shining“ aus dem Jahr 1980 spielt er einen Schriftsteller, der langsam in den Wahn abgleitet und seine Frau und den kleinen Sohn in Todesangst versetzt. Das hinterhältig-dämonische Grinsen im Gesicht dieses Jack Torrance ist unvergesslich. Wie er mit einer Axt die Tür einschlägt und sich mit dem Spruch „Here’s Johnny!“ präsentiert – das sorgt für Gänsehaut.

Altersrollen

Sein Talent für das Komische und Tragische zeigt sich in Nicholsons Altersrollen: Seinen dritten Oscar erhielt er für sein Spiel als knurriger Großstadt-Sonderling in „Besser geht’s nicht“. In „Was das Herz begehrt“ spielt er 2003 einen eitlen, alternden Playboy, der sich in eine Liebesgeschichte mit einer gleichaltrigen – also „uralten“ – Frau verwickelt sieht.

„Dass ich heute einen besseren Charakter habe, liegt am Älterwerden und am Nachlassen der Kraft“, witzelte Nicholson vor einer Weile. „Es ist eine Frage der Balance. Man muss sich nur dran gewöhnen.“

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