Berne Entstanden aus Wiener Harmonie-Musiken, sind das Ensemble „Bläserquintett“ sowie die eigens dafür geschriebene Musik ein ebenso farbig bunter wie seltener Fall. In der Konzertkirche St. Marien in Warfleth war ein junges, hochvirtuoses, kräftig aufstrebendes Bläserquintett mit einem sehr guten Überblick über die etwa 250-jährige Geschichte dieses Genres zu hören, aufbereitet durch ein liebevoll gemachtes, üppiges Programmheft zu den acht Werken des dreieinhalbstündigen Konzertes.

Was ein Bläserquintett vermag, und was es nicht vermag, ließ die Eingangs-Ouvertüre zu Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ ganz gut hören: die fünf Instrumentalisten des Monet-Bläserquintetts spielten die bekannte Ouvertüre so, wie es am Anfang für die bessere Wiener Gesellschaft wohl gedacht war: in Freiluft- oder Abendmusiken wurden bekannte Melodien gespielt. Die Melodie bleibt erhalten, Farben, Dynamik, Agogik und andere Parameter ändern sich aber gegenüber einem streicher-dominierten Original.

Das Monet-Bläserquintett benannte sich gewiss nicht zufällig nach einem bedeutenden französischen Maler, denn schon das Ensemble selbst, mit Marc Gruber am Horn, Johanna Stier an der Oboe, Theo Plath am Fagott, Anissa Bahniamad an der Flöte und Nemorino Scheliga an der Klarinette, erzeugt sehr farbige und exquisite Mischklänge, die durch die Interpretation der fünf jungen Musiker noch bewusst gesteigert werden zu unerwarteten und teils auch unerhörten Farbwerten.

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Zeigte Mozarts für Bläserquintett bearbeitete Ouvertüre die Herkunft dieser
Musik auf, so Carl Nielsens Quintett op. 43 aus dem Jahr 1922 so etwas wie den Zielpunkt der Gattung: gleich Nielsens erstes Werk für die Gattung Bläserquintett gehört zu den Gipfelwerken derselben, denn die Instrumente sind als eigensinnige Charaktere gezeichnet, die für sich stehen und reden können, aber auch miteinander harmonieren und sich aufs Trefflichste ergänzen.

Zwischen Spätromantik und Neuer Sachlichkeit changierend, überrascht das anmutige Werk im dritten und letzten Satz mit einem Choral und elf Variationen. Altes und Neues werden kunstvoll versöhnt und das klingende
Ergebnis, zumal unter den Händen der jungen Monet-Leute, ist einfach umwerfend.

Zwischen Mozart und dem an Mozart orientierten Nielsen erfreuten die technisch brillanten, hochvirtuosen fünf Solisten mit Werken von Francis Poulenc, György Ligetis „Sechs Bagatellen für Bläserquintett“, Samuel Barbers „Summer Music“ und Werken von Paul Taffanel, Luciano Berio und Béla Kovács.

Natürlich ist es schon etwas Besonderes, mal wieder ein Bläserquintett auf so einem hohen Niveau zu hören; Werke, die äußerst selten gespielt werden, so lebendig und geradezu enthusiastisch mit Witz und Verve präsentiert zu bekommen, all die wundersamen Farbschattierungen zwischen den einzelnen Instrumenten so hautnah auskosten zu können – unfassbar, was sich alles aus einem Fagott hervorzaubern läßt!

Der besondere Witz an der Sache war das traumwandlerische Einverständnis der fünf individuellen Musiker, sich auf etwas ganz Eigenständiges, sich auf das Ensemble einlassen zu können und bei aller Individuierung so präzise und so rund und so authentisch ein Ganzes ausmachen zu können: Das funktioniert auf diesem Niveau nur, wenn man es wirklich will!

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