Berlin In den 40 Jahren seiner Weltkarriere hat Sting, schon 17 Grammys nach Hause getragen. Seit Freitagabend ist der britische Rockstar um eine Auszeichnung reicher – den ersten „Lebenswerk“-Preis der neuen „International Music Awards“ (IMA).

Die modern designte IMA-Statuette wurde der „lebenden Legende“ Sting (68) bei einer gelungenen Premieren-Gala unter großem Publikumsjubel von Udo Lindenberg (73) überreicht. Schon am „Roten Teppich“, der in Berlin aus grauen Steinfliesen bestand, hatte der einstige Police-Frontmann zuvor deutlich gemacht, dass er sich eigentlich nicht als „Hero“ fühle. „Ich erwähne hier lieber meine eigenen Helden: die Beatles, Miles Davis, David Bowie, Stevie Wonder – die haben mich inspiriert.“

Stings Live-Auftritt mit den Songs „If You Love Somebody...“ und „So Lonely“ sowie einem sympathischen Dankeschön auf Deutsch war Schluss- und Höhepunkt einer straff durchgetakteten, in den Video-Übertragungen nicht ganz pannenfreien IMA-Show. Die Gala lebte von einer spannenden Mischung an Preisträgern und Performances: von der Rock-Tradition mit den beiden Altstars über aktuelle Charts-Pop bis zu Avantgarde-Sounds.

Erstmals nach dem Echo-Aus wurde wieder ein großer Popmusik-Preis in Deutschland vergeben. Beeindruckend war das starke Eintreten vieler Künstler für gesellschaftliche Offenheit und sexuelle Toleranz, gegen Rechtsextremismus und Nationalismus – ein Kontrastprogramm zum weitgehend unpolitischen Echo. Dieser war 25 Jahre lang der wichtigste deutsche Musikpreis gewesen – auf Basis von Verkaufszahlen. Der Skandal um die als antisemitisch eingestuften Rap-Texte der Echo-Preisträger Farid Bang und Kollegah führte dann zur Absage der Echo-Gala.

Der erstmals vom Musikmagazin „Rolling Stone“ und Axel Springer Mediahouse ausgerichtete IMA will kein Echo-Nachfolger sein, sondern orientiert sich an künstlerischer Relevanz und moderneren musikalischen Kategorien. So gab es am Freitag Preise etwa für „Commitment“ (Engagement), „Future“ (Innovation) oder „Beginner“ (Newcomer).

Udo Lindenberg erhielt für seine politische Haltung den „Courage“-Preis. Weitere IMA-Awards gingen an die Deutschrock-Band Rammstein (Live-Publikumspreis), die britische Gitarristin Anna Calvi, die Elektronik-Musikerin Holly Herndon aus den USA, die US-Rapperin Tierra Whack, die Soul-Newcomerin Lizzo, den Anti-Brexit-Kämpfer Slowthai und die 17-jährige Pop-Überfliegerin Billie Eilish. Bis auf Calvi und Herndon nahmen diese Künstler ihre Preise in Berlin nicht persönlich entgegen, ihr Dank wurden per Video eingespielt.

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