Bayreuth Wagnerianer, Prominente und Schaulustige pilgern wieder auf den Grünen Hügel: Wenn am Dienstagnachmittag die 106. Bayreuther Festspiele eröffnet werden, herrscht Ausnahmezustand in der oberfränkischen Stadt. Als Premierengäste werden beispielsweise das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia erwartet, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Aufgeführt wird Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ in einer Neuinszenierung unter der Regie von Barrie Kosky.

Im Unterschied zu früheren Jahren erscheint der Grüne Hügel in diesem Jahr als skandalfreie Zone. Geht es nach Festspielleiterin Katharina Wagner und Premierendirigent Philippe Jordan, steht der Spaß im Vordergrund. „Wir hatten eine super Probenzeit“, sagte Wagner am Montag. Und Jordan sagte im Interview: „Wir haben wahnsinnig viel Spaß - mit einer tollen Besetzung, einem tollen Regisseur, vom Orchester brauche ich gar nicht zu reden, die Musiker kennen und lieben diese Musik.“

Mit den „Meistersingern“ kommt zum Auftakt 2017 Richard Wagners einzige heitere Oper auf die Bühne. Das Stück feierte 1868 in München Premiere. Anders als die anderen späten Wagner-Opern haben die „Meistersinger“ keinen mythologischen Hintergrund. Die Oper wurde jedoch bereits im 19. Jahrhundert politisch von den Deutschnationalen vereinnahmt. Die Nationalsozialisten deuteten das Werk in ihrem Sinn, es wurde bei Reichsparteitagen in Nürnberg aufgeführt.

1956 inszenierte Wieland Wagner eine kritisch-minimalistische Version, was als Distanzierung von der früheren Vereinnahmung verstanden wurde. Dem Wagner-Enkel widmet das Richard-Wagner-Museum bis November eine Sonderausstellung zu dessen 100. Geburtstag.

Neben den „Meistersingern“ stehen in dieser Festspielsaison „Tristan und Isolde“, „Parsifal“ und der vierteilige „Ring des Nibelungen“ auf dem Spielplan. Das kulturelle Großereignis, das auch dieses Jahr von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet wird, endet am 28. August.

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