Oldenburg „Vorhang auf!“, die Vorschau des Staatstheaters auf Produktionen der kommenden Spielzeit, gab es unter Generalintendant Markus Müller zum 7. Mal. Dass dies weder Omen noch Auftakt eines „verflixten 7. Jahres“ werden möge, wünschte sich Müller, auch Moderator des Abends, schon zu Beginn.

Sein Wunsch wurde von einem Präsidenten und einem Ehrenpräsidenten unterstützt: Thomas Kossendey und Horst-Günter Lucke, die Müller mit dem Ehrenring der Oldenburgischen Landschaft „für besondere Verdienste um die Kultur im Oldenburger Land“ auszeichneten.

Sie erinnerten an das in Müller „gesetzte und übertroffene Vertrauen“, lobten „Spielplan-Innovationen“, betonten seine Verdienste bei der Staatstheater-Sanierung, sprachen zugleich den „begnadeten Netzwerker“ an (bei der Einwerbung von Bundes- und Landesmitteln). Der Ring sei aber auch „Zeichen der Verbundenheit“. Lucke: „Bleiben Sie uns lange erhalten“.

„Vorhang auf!“ ist, neben der Vorstellung von Novitäten zugleich ein Arbeitsbericht. Man hörte, vom Opernchor und dem Solisten Michael Pegher unter der Leitung von Thomas Bönisch, Kostproben aus Händels „Saul“ – Hinweis auf die Nominierung der Inszenierung von Lydia Steier für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ (Verleihung am 10. November in Erfurt).

Man hörte, mit Hinweis auf weitere Wiederaufnahmen, ein „Zauberflöten“-Terzett mit dem neuen, stimmlich profunden Sarastro von Benjamin LeClair; schließlich einen trefflich „gespielten“, gesungenen und musizierten Ausschnitt aus „La Bohème“ (Angela Bic, Inga-Britt Andersson, Stefan Heibach und Paul Brady).

Mit dem „Tanz der Salome“ (Strauss) stellte sich Oldenburgs neuer Generalmusikdirektor Roger Epple vor, der die herbe moderne Faktur des Stücks (ein wenig auf Kosten des auch mitschwingenden weichen Schmelzes) hervorhob. Epple war auch Dirigent der genannten, überaus fein klingenden, spannungsreichen Ensemble-Szene aus „La Bohème“. Der Feuerchor aus Verdis „Otello“ erstand mit angemessenem Impuls, könnte jedoch eine präzisere Intonation durchaus vertragen.

Proben eines superben gesanglichen Brio, mit Paul Brady (virtuos!) und Inga-Britt Andersson (kokett-resolut), lieferten Partien aus Rossinis „Barbier“, von Jason Weaver mit Schwung dirigiert.

Weitere Novitäten in Kurzform, höchst engagiert geleitet von Thomas Dorsch: Orffs unverwüstliche „Carmina Burana“ (konzertant); die Ballmusik und eine Szene mit Chor und Solotenor (Ziad Nehme) aus Berlioz’ dramatischer Symphonie „Romeo et Juliette“, die zu den 11. „Tanztagen“ 2013 von Guy Weizman choreografiert wird.

Schließlich „The Rake’s Progress“, Stawinskys wunderliches Spätwerk, das den Teufelspakt thematisiert. Die Solisten Mareke Freudenberg und Peter Felix Bauer entfalteten das rhetorisch aufgeladene Melos, das Orchester die Farbigkeit dieser Musik..

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