OLDENBURG Immer wenn sie am Auto vorbeikamen, klemmten New Yorker Politessen neue Strafzettel an die Windschutzscheibe, bis jemand in den Pkw schaute und auf dem Fahrersitz eine Leiche entdeckte. Diese wahre, vor langer Zeit in der NWZ  veröffentliche Geschichte hatte Peter Zimmer vorausgesehen: Sie passt zum Grundthema seiner Karikaturen, die alltägliche Konfrontation von anonymer Macht – Technik, Mode, Bürokratie, Vorurteile – und bürgerlicher Ohnmacht.

Der Künstler, der Werke in angesehenen Satireblättern wie „Eulenspiegel“ und „Nebelspalter“ veröffentlicht hat, pointiert messerscharf, was ihm in der Gesellschaft wider den Strich geht. Er zeichnet seine Figuren mit kräftigen Sepia-Linien – gezogen von Bambus, nicht von herkömmlichen Federn, weil er die Linien kräftiger aufträgt. Natürlich verzerrt Karikatur, rückt Schwächen ins grellere Licht. Zimmer spitzt die Situation zu, indem er die Szene isoliert, den Umraum in kraftvolle Farben taucht.

Neben politischen Themen, in denen weder Obama noch Angela Merkel verschont werden, reizen sexuelle Motive zum Lächeln, wenn vor dem Tor ein Fußballer seinen Gegenspieler leidenschaftlich küsst und am Torschuss hindert, wofür er die Rote Karte kassiert, oder wenn eine Prostituierte den Zeichner fragt, ob er von seinem Strich leben könne. Zimmer bevorzugt Themen, die gesellschaftliche Fragen sichtbar machen – etwa mit dem nur wenige Meter weit reichenden Licht der von der EU verordneten Sparbirnen für Autos. Sparen ja, fahren nein. Die Ausstellung – zu sehen bis 29. April – macht Spaß, weil Peter Zimmer auf Seiten des der Bürokratie ausgelieferten Bürgers steht.

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Die Bronzen und keramischen Figuren von Uta Thiele haben einen meditativen Ansatz: keine Ekstatik, sondern in sich ruhende Geschlossenheit. Die Künstlerin, im Hauptberuf Lehrerin, hat bei Reinhard Pfennig Kunst studiert und sich später u.a. an der Werkkunstschule weitergebildet. Die menschliche Figur war stets ihr Thema, selbst auf dem „Gefäß“ von 1994 stehen drei Figuren zwischen Zierformen. Manche der Menschenfiguren tragen realistische Züge, die Uta Thiele nicht nur auf den Körperbau bezieht, auch auf den Gesichtsausdruck, wie der Kopf „Hochmut“ belegt, oder auf die Haltung, wie sie die unter Glasglocken ruhenden Gestalten zeigen: Sie meditieren, entspannen oder langweilen sich. Andere Bronzen sind stärker abstrahiert, was das Meditative noch stärker unterstreicht.

Die kleine Auswahl der Plastiken (bis 31. Mai) von Uta Thiele macht neugierig auf ihre größeren Arbeiten.

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