May will nicht einlenken. Die britische Premierministerin hatte Offerten an die Opposition gemacht, um zu einem Durchbruch beim Brexit zu gelangen. Doch ihre Angebote reichten nur soweit, „eine offene Tür“ anzubieten und sich andere Meinungen anzuhören. Inhaltliche Zugeständnisse wollte sie nicht machen. Stattdessen stellte sie in ihrer Erklärung am Montag im Unterhaus klar, dass sie weiterhin ihren alten Kurs verfolgen will. Wie sie den am 29. Januar, wenn er zur Abstimmung steht, durchs Haus bringen will, ist völlig unklar. Man erinnere sich: Der erste Versuch ging mit 230 Gegenstimmen daneben.

Statt einen weicheren Brexit anzusteuern und womöglich mit der Labour-Opposition eine permanente Zollunion zu verfolgen, lehnt May sich nach rechts. Sie will die Europahasser um den Betonkopf Jacob Rees-Mogg auf ihre Seite ziehen und die zehn Abgeordneten von der DUP überzeugen, dass ihr Brexit-Deal vielleicht nicht ideal, aber immer noch besser als gar kein Brexit ist.

Angesichts der Sturheit formiert sich jetzt parteiübergreifender Widerstand. Das Land sieht sich einem fatalen Automatismus gegenüber, am 29. März auch ohne einen Deal aussteigen zu müssen. Das kann es nur richtig sein, wenn Hinterbänkler rebellisch werden, die ungeschriebene Verfassung umschreiben wollen und Gesetze einbringen, die den Brexit hinauszögern. Über die nächsten sieben Tage wird das Königreich einen Kampf um die Macht zwischen Legislative und Exekutive erleben. Wenn das Brexit-Auto auf die Klippe zusteuert, haben die Parlamentarier die Pflicht, ins Steuer zu greifen. Die Stunde der Rebellen schlägt.


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