Es war eine frostige Annäherung, die den Namen kaum verdient. Die Begegnung Sigmar Gabriels mit Benjamin Netanjahu machte vor allem klar, dass Deutschland und Israel völlig über Kreuz liegen.

Das beginnt bei der Bewertung des Atomabkommens mit dem Iran und hört bei der Jerusalemfrage nicht auf. Dafür gab es wieder Gabrielsche Belehrungen. Interessant ist zudem, was er nicht gesagt hat – und das betrifft seinen Besuch bei der Araberführung in Ramallah. Der SPD-Mann versäumte es dort unter anderem, auf die notorischen Demokratiedefizite in den Autonomiegebieten hinzuweisen. Korruption und fehlende demokratische Legitimität der Abbas-Regierung waren ebenso kein Thema. Das galt auch für Abbas’ jüngste antijüdische Ausfälle bei einer Tagung des PLO-Zentralkomitees. Wer sich aber derart positioniert und gleichzeitig den USA Einseitigkeit vorwirft, agiert unredlich. Es ist bedauerlich, dass die Beziehungen zu Israel auf diese Weise beschädigt statt gekittet werden.


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