Eines vorweg: Facebooks Datenschutz-Problem löst Mark Zuckerbergs beiläufige Andeutung auf eine nutzerfinanzierte Version des Netzwerks bei der Anhörung vor dem US-Kongress nicht. Hier soll es lediglich darum gehen, keine Werbung mehr angezeigt zu bekommen, während der Nutzer seinen Freunden Nachrichten schreibt, Videos von Kätzchen liket oder Hass und Wut in die Timeline spuckt. Die Nutzung persönlicher Daten zu Werbezwecken – erst recht nicht ohne das Wissen der Betroffenen wie im Fall Cambridge Analytica – wäre weiterhin nicht ausgeschlossen. Der Erfolg eines Netzwerks gegen Bezahlung ist zweifelhaft. Im Geschäftsbereich, z.B. bei Xing, mag das funktionieren, doch ist das werbefreie Pflegen zumeist privater Kontakte im Netz den Menschen tatsächlich Geld wert? Vermutlich nicht, vor allem wenn die Alternative, ein kostenfreies Facebook, nur einen Klick entfernt liegt.

Sollte das Projekt scheitern, könnte Zuckerberg argumentieren, dass er es immerhin ohne Werbefinanzierung versucht hätte – und weiter machen mit dem Ausschlachten der Nutzerdaten, weil sich das alternative Geschäftsmodell als nicht tragfähig erwiesen hat.


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Christian Schwarz Redakteur / Online-Redaktion
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