Wolodymyr Selenskyjs Paukenschlag, gleich bei seinem Antritt als neuer Präsident der Ukraine das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen, wirkt zunächst konsequent. Er hatte im Wahlkampf versprochen, die alten Macht-Eliten des Landes zu stürzen und die mit ihnen verbundene Korruption zu bekämpfen. Nun liefert er.

Die Gefahr ist indes groß, dass es bei dieser Symbolpolitik bleibt. Selenskyj hat die Wahl in einem persönlichen Duell gegen den bisherigen Amtsinhaber Petro Poroschenko gewonnen und dabei stark auf seine Medienpräsenz und das Image seiner TV-Serienrolle als tapferer Fernseh-Präsident gesetzt. Nun muss er Realpolitik machen und dazu gehört mehr als populistischer Aktionismus. Selenskyj hat keine erfahrene Partei im Rücken und hat (immer noch) kein profiliertes politisches Programm. Er läuft nun Gefahr, die alten Machtverhältnisse in der Werchowna Rada auf den Kopf zu stellen, ohne selbst eine Machtbasis zu haben, die über die Sympathie seiner Wähler hinausgeht. Ein riskantes Spiel.


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Ulrich Schönborn stv. Chefredakteur / Chefredaktion
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