Nicht ausruhen

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Geht doch! Das deutsche Bildungssystem hat nach der Pisa-Klatsche vor 17 Jahren deutlich aufgeholt. Der Bildungsaufstieg ist leichter geworden, das duale System der beruflichen Qualifikation zum weltweiten Qualitätssiegel geworden. Frühkindliche Bildung ist so wichtig wie nie. Das sind gute Nachrichten – doch kein Grund zum Ausruhen.

Noch immer gibt es viel zu viele Bildungsverlierer, jeder zehnte junge Erwachsene hat weder einen Ausbildungsplatz noch einen Job. Das ist für ein Hochindustrieland ein Armutszeugnis und angesichts des Fachkräftemangels ein Desaster. Unter den Abgehängten sind viele Menschen mit Migrationshintergrund und davon besonders viele Frauen: Offenbar stößt die Integrationsfähigkeit im Bildungsbereich an ihre Grenzen. Hier braucht es mehr Sprachkurse, mehr Weiterbildung, mehr Investitionen aber auch an den Schulen.

Der Nachholbedarf ist groß. Die Schulen sind schlecht auf die Digitalisierung vorbereitet, die Lehrer: zu wenige und überaltert. Dabei sollen sie zugleich die Inklusion und die Integration stemmen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will die Schulen mit dem „Digitalpakt“ zumindest technisch fit machen – ein Paket, das seit ihrer Vorgängerin Johanna Wanka auf sich warten lässt.

Das Problem: Dafür muss das gesetzliche Kooperationsverbot noch weiter gelockert werden, eine Grundgesetzänderung mit Zweidrittelmehrheit in Bundesrat und Bundestag ist nötig. Umso absurder, dass sich Baden-Württemberg jetzt weigert und damit den Weg für mehr Hilfen des Bundes in der Bildung blockiert. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann fürchtet einen Hoheitsverlust für die Länder. Dabei spricht nichts dafür, dass ein Bundesprogramm nun den Bildungsföderalismus aushebelt. Im Gegenteil: Damit Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, ist jeder Euro für die Bildung wichtig.

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