Lasst es bleiben!

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Im Gezerre um das Berliner Einheitsdenkmal ist kein Ende in Sicht. Seit 20 Jahren geht das jetzt so. Zeit zu sagen: „Wir lassen es bleiben, bauen das Ding nicht.“ Gute Gründe für eine solche Entscheidung gibt es genug.

Zum Ersten: Wozu eigentlich noch Groß-Denkmale? Diese Einrichtungen haben in gewisser Hinsicht eine spätfeudale Note. Die Zeit ist über sie hinweg gegangen, sie vermögen nicht mehr, zur Sinnstiftung eines Volkes beizutragen.

Zum Zweiten: Der Entwurf der Riesenwippe von Berlin ist Spielplatz-Unfug. Als Spiegel eines historischen Ereignisses taugt er nicht. Dafür dokumentiert er dem verbreiteten Infantilismus in der deutschen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Dieses Denkmal wäre also eher eine Quelle für die Befindlichkeit der unmittelbaren Gegenwart als eine Erinnerung an den Prozess, der zur deutschen Einheit führte.

Zum Dritten: Es gibt keinen Grund, gerade jetzt ein „Einheitsdenkmal“ zu bauen. Chemnitz zeigt, dass es die innere Einheit in Wirklichkeit nicht gibt. Wichtiger als lächerliche Wippen ist es, an dieser Stelle nachzubessern – und zwar ernsthaft und schnell.

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