Sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt: Was die Gewerkschaften für die rund zwei Millionen Angestellten und Beamten im Öffentlichen Dienst der Länder fordern, klingt überzogen. Würden sich Verdi und der Deutsche Beamtenbund in den Tarifverhandlungen voll durchsetzen, würde das die Länder rund sechs Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Andererseits: Angesichts des Fachkräftemangels können die Gewerkschaften auf den Putz hauen. Denn es wird auch für Behörden nicht leichter, geeignetes Personal zu finden. Und erst im April gelang im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein überragender Gehaltsabschluss: 7,5 Prozent mehr für 2,3 Millionen Beschäftigte. Da klingen sechs Prozent auch für Lehrer und Polizisten nachvollziehbar.

Für Pflegekräfte in Krankenhäusern, für die Verdi mitverhandelt und ein kräftigeres Lohnplus einfordert, wäre ein solches Plus dagegen fast bescheiden. Das ist das wahre Problem an den Tarifverhandlungen: Es findet keine allzu große Differenzierung zwischen den Branchen statt, obwohl diese notwendig wäre. Den Beamten und übrigen Angestellten kann das nur gelegen kommen. Sie hoffen angesichts der Not in den Krankenhäusern, die Arbeitgeber nun stärker mit Forderungen für alle unter Druck setzen zu können.


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Petra Sorge Korrespondentenbüro Berlin
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