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Was treibt Hans-Georg Maaßen an? Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz gießt noch mehr Öl ins Feuer, heizt mit seinen Andeutungen und Mutmaßungen die ohnehin schon aufgeregte Stimmung weiter an. Für den Chef des Geheimdienstes wird es eng. Während er weiter Zweifel daran streut, dass es in Chemnitz Hetzjagden auf Ausländer gegeben hat und die Echtheit eines Videos in Zweifel zieht, hat die Justiz bereits Klarheit geschaffen, hält das Bildmaterial anders als Maaßen für authentisch.

Während Politik, Wirtschaft und Handel ob der unzweifelhaften Ausschreitungen und ausländerfeindlichen Aufmärsche in Chemnitz Alarm schlagen, sich um das Ansehen des Landes sorgen und um seine Verfassung, schlüpft der oberste Verfassungsschützer in die Rolle des Verschwörungstheoretikers und wird zum Mitarbeiter des Monats, wenn nicht des Jahres, der AfD. Dass Maaßen in dieser Situation ohne Not in der Öffentlichkeit Spekulationen in die Welt setzt und bisher keinerlei Belege für seinen Verdacht liefert, ist verantwortungslos.

Dass Bundesinnenminister Horst Seehofer als oberster Dienstherr nicht nur Kenntnis von den Äußerungen hatte, Maaßen dennoch nicht gestoppt hat, ist bemerkenswert. Offenbar ist der Chef des Verfassungsschutzes zum willigen, vielleicht auch vorauseilenden Helfer in der persönlichen Fehde von Innenminister Horst Seehofer gegen Kanzlerin Angela Merkel geworden. Schließlich hatte Merkel die Ausschreitungen von Chemnitz als Hetzjagden bezeichnet. Der Fall Maaßen droht jetzt zu einer weiteren Zerreißprobe der Großen Koalition zu geraten. Am Ende wird einmal mehr die AfD davon profitieren. Bleibt es bei Andeutungen und Vermutungen, sollte Maaßen seinen Hut nehmen.

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