Das letzte Mittel

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Ja, es gibt sie in vielen Städten Niedersachsens: Öffentliche Plätze, um die etwa Familien mit Kindern oder ältere Menschen lieber einen großen Bogen machen. Hier wird gesoffen, gegrölt, gestritten, geprügelt, da scheppern Flaschen, dröhnt ohrenbetäubende Musik aus Lautsprechern. Wahrlich keine schönen Szenen, aber muss deswegen gleich wieder der Ruf nach einem weiteren Verbot erfolgen? Der Niedersächsische Städtetag will die rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten von Kommunen in den beschrieben Fällen stärken und sie in die Lage versetzen, den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum auf bestimmten Plätzen zu verbieten.

Solche Verbote können aber nur das letzte Mittel sein und sind zugleich ein Ausdruck von Hilf- und Machtlosigkeit. Erstens gibt es durch polizeiliche Maßnahmen schon jetzt ausreichend Möglichkeiten, Alkoholexzessen im öffentlichen Raum einen Riegel vorzuschieben. Zweitens löst ein Verbot das Problem an sich nicht, sondern es dürfte lediglich dazu führen, dass die „Trinkkumpane“ sich einen neuen Ort für ihre Gelage suchen. Zielführender wäre es, offen auf die Betroffenen zuzugehen, ihnen ihr Fehlverhalten deutlich zu machen und ihnen Alternativen aufzuzeigen. Wenn das alles nichts hilft, muss es allerdings tatsächlich die Rote Karte geben.

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