DELMENHORST Zwei Opfer aus Delmenhorst, die mutmaßlich von Franz N., ehemaliger Priester der Allerheiligen-Gemeinde in Deichhorst, missbraucht wurden, haben sich derzeit bei der katholischen Kirche gemeldet. Das teilte Peter Waschinski, Pressesprecher des Bischöflich Münsterschen Offizialates, mit.

Das ist das Ergebnis des öffentlichen Aufrufs des Offizialats Vechta vom 12. April an mögliche Opfer vom sexuellen Missbrauch des katholischen Pfarrers, der 40 Jahre lang die Gemeinde betreute. Ein Fall war bereits bekannt geworden, weil sich das Opfer im April an die Öffentlichkeit gewandt hatte (die NWZ berichtete).

Damit sind es nun schon insgesamt sieben mutmaßliche Opfer, die der mittlerweile in einem Pflegeheim in Molbergen lebende ehemalige Priester missbraucht haben soll. Schon im Vorjahr waren im Rahmen der Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche im Bistum Münster die fünf weiteren Fälle von ehemaligen Ministranten bekannt geworden, die Franz N. während seiner Tätigkeit in Wilhelmshaven und Münster sexuell missbraucht haben soll.

Franz N., der die 1500 Seelen-Gemeinde von 1971 bis 2010 betreute, kam im April vergangenen Jahres in das Heim in Molbergen. Die Gemeinde wurde über den Grund nicht aufgeklärt. Deshalb sprach man damals noch von einer Abschiebung des beliebten Mannes.

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Dass N. im Jahre 1971 eine mehrmonatige Therapie wegen seiner pädophilen Neigungen antrat, war der Gemeinde auch nicht bekannt. Die Akteneinsicht durch Offizialatsvertreter in Münster habe, laut dem Pressesprecher Waschinski, zwar ergeben, dass N. sich vor seinem Dienstantritt einer mehrmonatigen Auszeit zur Besinnung und geistlichen Neuorientierung in Süddeutschland unterzogen hatte. Aber „inwieweit diese Auszeit als Therapie im Sinne heute üblicher fachmedizinischer Standards bezeichnet werden darf, kann nach Aktenlage nicht bestätigt werden“, so Waschinski. Rückblickend habe die Leitung des Bistums Münster nun festgestellt, „dass die Besetzung in Allerheiligen mit dem Priester Franz N. eine grobe Fehlentscheidung war.“

Zu einem offenen Gespräch zu diesem Thema laden Dechant Hubert von der Heide und Monsignore Bernd Winter vom Offizialat Vechta an diesem Montag ein. Das Gespräch soll ab 19 Uhr im Gemeindesaal des Pfarrheims bei der Allerheiligenkirche an der Wildeshauser Straße stattfinden.

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