Leipzig /Rom Die Vorsichtsmaßnahmen mit Blick auf das neuartige Coronavirus wie Spielabsagen und -verlegungen sowie Geisterspiele sorgen weiter mancherorts für Ärger. Sowohl der europäische Fußball-Verband Uefa als auch das Internationale Olympische Komitee IOC strahlen jedoch in Bezug auf die Fußball-EM sowie die Olympischen Spiele in Tokio Zuversicht aus.

Ärger bei Serie-A-Clubs

In Italien sorgen die Spielplan-Änderungen der Serie A wegen der Coronavirus-Krise für Unmut. So müssen die Fußball-Vereine im Norden weiter ohne Zuschauer spielen, darunter Juventus Turin und Inter Mailand. Zu den Verschiebungen und unklaren Vorgaben für seinen Verein sagte Inter-Clubchef Giuseppe Marotta, das sei für ihn ein „Rätsel“. Die Planung lasse kaum noch Raum für Europapokal-Partien. Außerdem kritisierte Marotta, dass die Terminpläne der Liga den Wettbewerb zwischen den Vereinen verzerrten. Die Regierung in Rom hatte am Sonntag ein Dekret erlassen, wonach bis zum 8. März keine Sportereignisse mit Zuschauern in den stark von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Regionen erlaubt sind: der Lombardei, Emilia-Romagna, Venetien sowie einigen anderen Gebieten.

Schweiz sagt Spiele ab

In der Schweiz sind wegen der Coronavirus-Epidemie alle Fußballspiele der 1. und 2. Liga für den März abgesagt worden. Das entschieden die 20 Clubs der Swiss Football League am Montag in Bern. Zuvor waren bereits der 24. Spieltag am vergangenen Wochenende sowie die Pokal-Viertelfinals in dieser Woche verschoben worden. Wenn das derzeit bis zum 15. März geltende Veranstaltungsverbot des Schweizer Bundesrates nicht verlängert wird, soll am 4. und 5. April wieder gespielt werden. Ob das Europa-League-Achtelfinale von Eintracht Frankfurt am 19. März beim FC Basel stattfindet, blieb zunächst offen.

Geister-Biathlon

Der Biathlon-Weltcup im tschechischen Nove Mesto na Morave findet vor leeren Zuschauer-Rängen statt. Das entschied der nationale Sicherheitsrat in Prag am Montag, wie Ministerpräsident Andrej Babis auf einer Pressekonferenz erklärte. Grund sind die Ängste vor einer Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie auch in Europa. Die Wettbewerbe sollten vom 5. bis 8. März stattfinden. Die Organisatoren hatten mit bis zu 100 000 Besuchern gerechnet.

Uefa im Austausch

Die Uefa sieht derzeit trotz der Ausbreitung des Coronavirus in mehreren Gastgeberländern keine Veranlassung für Konsequenzen für die EM im Sommer. „Wir reagieren auf das, was die Behörden oder die Weltgesundheitsorganisation WHO sagen“, betonte Verbandssprecher Phil Townsend. Zuvor hatten die Mitglieder des Komitees bei ihrer turnusmäßigen Sitzung über mögliche Auswirkungen des Virus diskutiert. Dabei ging es vorerst speziell um einen Informationsaustausch und nicht um Entscheidungen über Maßnahmen für das Turnier vom 12. Juni bis 12. Juli.

Olympia gefährdet?

Das IOC und der Ausrichter beteuern weiter, keine Zweifel daran zu haben, dass die Spiele am 24. Juli eröffnet werden. „Die Vorbereitungen und der Prozess der Qualifikationen gehen weiter. Sie sind im Zeitplan“, versicherte IOC-Präsident Thomas Bach. Bei der Exekutivkomiteesitzung von Dienstag an dürfte Tokio 2020 aber das Krisenthema sein.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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