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Hoboken Im Großraum von New York ist ein voll besetzter Pendlerzug nahezu ungebremst in einen Bahnhof gerast. Dabei kam am Donnerstag eine Frau ums Leben, wie der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sagte. 108 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Im kritischen Zustand befinde sich auch der Lokführer, der aber mit den Behörden kooperiere, um die Ursache des Unglücks aufzuklären, sagte Christie. Der Zug und der Bahnhof in der Stadt Hoboken wurden stark beschädigt.

Hoboken liegt über den Hudson River hinweg gegenüber von New York City. Zeugenaussagen zufolge raste der Zug mit vier Wagen zur Hauptverkehrszeit offenbar nahezu ungebremst in den 109 Jahre alten Bahnhof. Er fuhr durch Absperrungen in den Eingangsbereich des Bahnhofs, knickte Pfeiler um und kam in einer belebten Gegend zwischen dem Wartebereich des Bahnhofs und einem Bahnsteig zum Stehen. Zu sehen war ein Gewirr aus geborstenem Beton, verbogenem Metall und herunterhängenden Kabeln. Menschen zogen Betonteile von blutenden Opfern weg, Passagiere zerbrachen Waggonfenster und kletterten aus dem Zug.

Christie sagte, bei dem Opfer handele es sich um eine Frau, die durch Trümmerteile auf dem Bahnsteig getötet worden sei. Die Mehrzahl der 108 Verletzten hätten sich im Zug befunden. 74 von ihnen seien im Krankenhaus. „Der Zug kam mit viel zu hoher Geschwindigkeit herein und die Frage ist: Warum?“, sagte Christie. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, sagte, es müsse untersucht werden, ob es sich um technisches oder menschliches Versagen handele.

Der Zug war nicht mit einer Technik ausgerüstet, die Schnellzüge automatisch abbremsen kann, wie es hieß. Die US-Eisenbahnen sollen entsprechende Systeme installieren, die Umsetzung verläuft aber langsamer als erwartet. Die Frist wurde mehrfach verschoben, mittlerweile ist der Termin dafür der 31. Dezember 2018.

William Blaine, Lokführer für Frachtzüge, sagte, er sei zum Zeitpunkt des Unfalls im Bahnhof gewesen und habe geholfen. Er habe den Lokführer zusammengesunken über seinen Bedieninstrumenten entdeckt.

Fahrgast Ross Bauer sagte, es habe einen abrupten Halt gegeben. Durch den Ruck seien die Menschen aus ihren Sitzen geworfen worden. Die Lichter seien ausgegangen und er habe ein krachendes Geräusch gehört - wie eine Explosion. Nancy Bido, die ebenfalls in dem Zug mitfuhr, sagte dem Sender WNBC-TV in New York, der Zug habe sich nicht verlangsamt, als er in den Bahnhof eingefahren sei, und habe auch nicht angehalten. „Er fuhr wirklich schnell und der Sackbahnhof war im Grunde die Bremse für den Zug“, sagte sie.

Hoboken ist von den Passagierzahlen der fünftgrößte Bahnhof der Verkehrsgesellschaft NJ Transit. An Werktagen werden hier rund 15.000 Passagiere gezählt. Es ist die Endstation einiger Zuglinien und ein Umsteigebahnhof für viele Pendler, die nach New York City wollen.

2011 kam es in demselben Bahnhof bereits einmal zu einem schweren Unfall. Damals wurden 30 Menschen verletzt. Ein Pendlerzug war an einem Sonntagmorgen in die Puffer am Ende der Schienen gekracht.

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