Jever Die Pläne der Stadtverwaltung Jever und des Dorfbürgervereins Sandelermöns, den Radweg-Lückenschluss an der L 813 als Bürgerradweg beim Land zu beantragen, hat die erste politische Hürde genommen: Im Wirtschafts- und Finanzausschuss hoben alle Ratsleute die Hand für das Vorhaben. Stimmt am 11. März auch der Rat zu, kann die Stadtverwaltung dem Land per Grundsatzerklärung bekannt machen, dass das Bürgerradweg-Projekt angegangen wird.

Die Vertreter von Grünen, SWG und FDP hatten von vornherein ihre Zustimmung zum Projekt Bürgerradweg signalisiert, die Vertreter von CDU und SPD hatten Bedenken. Sie forderten, dass vor dem Signal ans Land die Bereitschaft der Grundstückseigentümer an der Strecke abgefragt werden müsse, ob sie die für den Radwegbau notwendigen Quadratmeter überhaupt abtreten werden.

Letztlich floss als Kompromiss in den Beschlussvorschlag ein, dass der Dorfbürgerverein Sandelermöns als Partner der Stadt im Projekt Bürgerradweg die Verwaltung aktiv bei der Grundstücksakquise unterstützt. Dazu hatten sich die Sandelermönser schon im vergangenen Sommer bereiterklärt.

Für Grunderwerb und Planung des Radwegs rechnet die Stadt mit rund 200 000 Euro Kosten. Beim Modell Bürgerradweg übernimmt das Land die kompletten Baukosten – geschätzt ca. 1 Million Euro –, erwartet aber, dass Stadt und Bürger gemeinsam die Radweg-Planung zur Baureife bringen und auch die Kosten dafür stemmen.

2,7 Kilometer Bürgerradweg entlang der L 813

Beim dritten Abschnitt des Radwegs entlang der Landesstraße 813 handelt es sich um das knapp 2,7 Kilometer lange Stück zwischen Cleverns und Sandelermöns. Der in Rispel beginnende Radweg wurde 2010 eröffnet.

Mehr als zwölf Jahre hatte es von den ersten Plänen bis zum fertigen Radweg gedauert – es mangelte immer am Geld. Während in Jever noch gerechnet wurde, machten die Wittmunder Nägel mit Köpfen und bauten 2008 das Teilstück von Rispel bis zur Kreisgrenze. Jever baute daraufhin 2010 einen Kilometer von der Kreisgrenze bis Sandelermöns.

Seit 20 13 wird über den Bau des letzten Teilabschnitts nachgedacht – das Land sieht den Radweg allerdings „ohne Priorität“.

Nun könnte der Lückenschluss als Bürgerradweg erfolgen: Das Verkehrsministerium hat das Modell neu aufgelegt und eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Bürgerradweg bedeutet, dass die Bürger die Ärmel hochkrempeln, mit der Stadt die Radwegplanung vornehmen und den Flächenkauf stemmen. Stadt und Sandelermönser treiben den Bürgerradweg so weit voran, dass man Baurecht bekommt – dadurch überholt das Vorhaben alle im Radwegebedarfsplan des Landes gelisteten Radwege. Die Baukosten trägt dann das Land.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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