JEVER Der Schneewinter vor 30 Jahren bereitete den Menschen im Jeverland große Probleme – doch bis heute plaudern Augenzeugen noch gerne über ihre damaligen Erlebnisse. So auch im plattdeutschen Gesprächskreis des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins. „Snee, nix as Snee“ war das Thema am Mittwoch und fast 100 Plattdeutsch-Interessierte hatten sich im Anton-Günther-Saal eingefunden.

Jürgen Eden führte mit dem gemeinsam mit Hans-Georg Müller produzierten Film „Die weiße Flut“ optisch und akustisch in das geschichtsträchtige Ereignis ein. „Am 13. Februar 1979 ging es dann richtig los, als die Schneemassen sich bis acht Meter hoch auftürmten, Panzer nicht mehr fahren konnten, Dialysepatienten geflogen und Wangerooge aus der Luft versorgt werden musste“, berichtete Moderator Horst Janssen. Bundesstraßen seien für Rettungsfahrzeuge freigemacht worden, das Rote Kreuz habe sich um die Versorgung alter Menschen gekümmert und das Wir-Gefühl in den Nachbargemeinschaften eine spürbare Stärkung erfahren.

„Am 18. Februar 1979 – einem Montag – wurde das Fahrverbot wieder aufgehoben und der Schulunterricht fing wieder an“, rief Janssen in Erinnerung. Er machte darauf aufmerksam, dass in diese Zeit auch das Urteil des Staatsgerichtshofs in Bückeburg fiel, mit dem die Reform der Kreisreform aufgehoben wurde. Sie hatte damals die Landkreise Friesland und Wittmund miteinander verschmolzen.

Grog war während der Schneekatastrophe gängigstes Mittel, um Hilfeleistungen zu honorieren oder auch mit Nachbarn oder Kollegen zu plaudern, wie sich in der Plauderrunde zeigte. Einige Plattsnacker schilderten ihre zum Teil viel Heiterkeit auslösenden Erlebnisse. Alice Willms überraschte mit dem „Schwarzen Schnee“ auf der Bundesstraße 210 zwischen Wittmund und Jever, weil der defekte Auspuff ihres Autos diese ungewollte Spur hinterließ. Volkhard Cordsen berichtete über Hilfe aus Bayern sowie nächtliche Einsätze bei Autounfällen, Hermann Wilbers über Probleme der Mitarbeiter der Olympia Werke in Roffhausen sowie „schneefreie Straßen“ in der Nähe der Bundeswehr.

Tauwetter ließ die Schnee- dann in eine Wasserkatastrophe münden und sorgte damit für neue Herausforderungen.

Schmunzeleien über Silvester- und Clubbälle, Grog-Feten, aber auch andere Anekdoten steuerten Karin Steiner, Margot Rothenhäuser, Karl-Heinz Peters, Hannes Leiner, Jürgen Eden und Rudi Rabe bei und sorgten so für einen gelungenen Abend.

Horst Janssen machte bereits auf das nächste Treffen des plattdeutschen Gesprächskreises aufmerksam: Am 13. Mai wieder im Anton-Günther-Saal.

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