JEVER JEVER - Donnernde Kanonschläge hallten über den Alten Markt, kurze Stille, dann brandete tosender Applaus auf. Hunderte Einwohner des Jeverlands füllten am Mittwoch den Platz im Zentrum Jevers, um sich beim militärischen Zeremoniell der nächtlichen Serenade vom Jagdbombergeschwader (JaboG) 38 „Friesland“ zu verabschieden.

Mit Fackelträgern, einem Ehrenzug und dem Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster war das Geschwader zum letzten Mal in der Öffentlichkeit angetreten. Ein Feuerwerk in den Geschwaderfarben blau und gold setzte den krachenden Schlusspunkt. Das JaboG 38 wird zwar erst zum 31. August aufgelöst, der Flugbetrieb endete jedoch bereits jetzt – nach mehr als 20 Jahren Fliegertradition.

„Es gibt kein ,Auf Wiedersehen’“, betonte der Kommodore des Geschwaders, Oberst Axel Pohlmann, hinterher beim Empfang im Audienzsaal des jeverschen Schlosses. „Ich kann nur sagen: Leben Sie alle wohl.“

Die Abschiedsfeier hatte nicht in Schwermut münden sollen – bewusst hatte die Bundeswehr dazu die heitere Serenade gewählt und nicht den Zapfenstreich. Doch beim Empfang geladener Gäste kam bei manchem doch die Trauer über die Auflösung des Geschwaders zum Vorschein. „Es tut wahnsinnig weh, einfach Tschüss sagen und gehen zu müssen“, sagte Pohlmann sichtlich bewegt. „Wir sind verschweißt mit Schortens und Jever, die unsere Wohnorte sind, und mit der Bevölkerung.“

Überwältigt von der Anteilnahme der Bevölkerung zeigte sich auch Generalleutnant Walter Jertz, Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos: „Die Bürger von Schortens und Jever haben heute erneut den Schulterschluss mit uns Soldaten gezeigt – dem gebührt unser Dank und ein großes Kompliment“, sagte Jertz.

Es sei überwältigend, wenn sich eine Stadt so von der Bundeswehr verabschiede, dankte der Befehlshaber für das Plakat mit der Aufschrift „Danke JaboG 38 F“, das die Stadt Jever zum Feuerwerk auf dem Alten Markt entrollt hatte. „Wir gehen nicht gern aus Upjever weg“, bedauerte er.

Schortens, S. 32

Generalleutnant Walter Jertz dankte der Bevölkerung für ihre Anteilnahme

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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