Frage: Seit 1973 hat Ostfriesland eine Hochschule, sie firmierte unter unterschiedlichen Namen, hat Krisen erlebt und ist 2009 neu gegründet worden. Wo sehen Sie die Fachhochschule heute?

Kreutz: Wir haben mit 131 Studierenden in Emden und in Leer angefangen. Und nach zwei oder drei Jahren gab es schon Pläne, die Hochschule wieder zu schließen, weil man der Meinung war, das lohne sich nicht. Es gab aber Protestbriefe nach Hannover und die Hochschule wurde weitergeführt. 2009 bei der Defusion der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven hieß es dann, unsere Hochschule brauche 4000 Studierende, um überleben zu können. Wir hatten damals 3600 und sind jetzt bei fast 4400. Meiner Meinung nach haben wir das Potenzial für 4600 Studierende und mehr. Das können wir auch erreichen, wenn denn die Rahmenbedingungen personeller, finanzieller oder auch räumlicher Art stimmen.

Frage: Wo liegen die Schwerpunkte ihrer Hochschule?

Kreutz: Wir haben als relativ kleine Fachhochschule ein sehr großes Spektrum. Ich sehe deshalb auch ganz große Chance für uns in der Interdisziplinarität. Neben der Vermittlung des fachlichen Wissens gehören die Förderung von Kreativität und Teamfähigkeit und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zu den wesentlichen Ausbildungszielen. Engagierte Professorinnen und Professoren, die effiziente Lehrmethoden einsetzen und denen eine persönliche Betreuung ihrer Studierenden wichtig ist, machen das Studium zusätzlich attraktiv. Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sind uns wichtig – das ist einer von drei Punkten unseres Leitbildes.

Frage: Welche Ziele streben Sie für die Fachhochschule an?

Kreutz: Wir wollen in Zukunft als die Hochschule im Nordwesten bekannt sein, die einen Namen hat im Bereich der grünen Technologien. Das geht aber nur mit Partnern in der Region.

Frage: Wie eng ist die Zusammenarbeit mit heimischen Wirtschaft?

Kreutz: Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Die Bedeutung der Fachhochschule in der Region Ostfriesland ist eine ganz große. Das spiegelt sich in der Zusammenarbeit mit der Region wider.

Prof. Dr. Gerhard Kreutz ist Präsident der Fachhochschule Emden/Leer. Die Hochschule ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. In die Zukunft geht die Hochschule mit Optimismus: Die Zahl von jetzt fast 4400 Studierenden will Kreutz auf mehr als 4600 steigern.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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