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Frage: Herr Kahrs, Überraschungserfolg für Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken beim Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz. Eine Schlappe dagegen für Olaf Scholz und Klara Geywitz. Zeigt das Ergebnis nicht vor allem, wie gespalten die SPD ist?

Kahrs: Es gibt jetzt ein klares Ergebnis. Die Mitglieder haben entschieden. Damit sind wir jetzt alle solidarisch und unterstützen Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, die gewonnen haben. Die, die gewonnen haben, müssen die Verlierer mitnehmen. Die, die verloren haben, müssen jetzt mitmachen und mitgestalten. Geschlossenheit und Solidarität sind jetzt das Wichtigste.

Frage: Am Wochenende trifft sich die SPD zum Bundesparteitag. Was bedeutet die Entscheidung für die Große Koalition?

Kahrs: Erst einmal wird auf dem Parteitag die neue Führung gewählt. Die werden wir alle solidarisch unterstützen. Nur wenn man seine eigene Führung unterstützt, hat man Mitspracherechte und kann auch mitgestalten. Auf dem Parteitag werden wir über unseren künftigen Kurs debattieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in der SPD die Grundrente gefährden will. Die wollen wir in den nächsten Monaten im Bundestag umsetzen. Die Grundrente ist noch nicht beschlossen. Teile der Union wollen sie nicht. Wir haben mit dem Klimapaket einen guten Anfang gemacht. Das muss jetzt in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden. Das bekommt man nur hin, wenn man regiert. Ein Ausstieg aus der Großen Koalition würde SPD-Erfolge wie die Grundrente gefährden.

Frage: Das heißt, kein Ausstieg aus der Großen Koalition?

Kahrs: Die Große Koalition sollte bis zum Ende der Wahlperiode weiterarbeiten. Dafür würde ich plädieren. Wenn andere das anders sehen, muss man das diskutieren. Die Frage ist nur, was dann aus den SPD-Erfolgen wird. Wenn man sich von der Grundrente verabschieden will, muss man das sagen. Wenn man regiert, kann man gestalten. Wenn man nicht regiert, geht das nicht. Dann muss man auf die Umsetzung seiner eigenen Politik verzichten.

Frage: Welche Rolle sollte Olaf Scholz in Zukunft noch in der SPD spielen?

Kahrs: Es ging um die Wahl der Parteivorsitzenden. Olaf Scholz wollte eigentlich nicht antreten. Wir haben ihn überzeugt, genötigt und gedrängelt, dass er auch kandidiert. Er hat am Ende nachgegeben. Er wird weiterhin ein guter Vizekanzler und Finanzminister sein. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Johannes Kahrs  (SPD, 56) ist gebürtiger Bremer und jetziger Sprecher des Seeheimer Kreises.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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