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Nach Äußerungen zum Ukraine-Konflikt
Deutscher Marine-Chef Schönbach tritt zurück

Frage: Frau Birthler, vor 25 Jahren fiel die Mauer. Wo und wie haben Sie das erlebt?

Birthler: In Berlin. Es passierten in diesen Tagen immerzu aufregende Sachen: Fünf Tage zuvor hatte es auf dem Alexanderplatz die erste große unabhängige Demonstration gegeben – für Meinungs- und Pressefreiheit. Andererseits saßen immer noch Menschen aus politischen Gründen im Gefängnis. Am Abend des 9. November jedenfalls war ich bei meinem Freund Werner Fischer, und wir saßen auf dem Teppich und sahen die Nachrichten, auch den Bericht von der Pressekonferenz mit (dem SED-Politiker Günter) Schabowski. Wir sind noch in der Nacht nach West-Berlin gefahren, zuerst zu Freunden, und dann haben wir auf dem Kurfürstendamm mit Hunderttausenden gefeiert.

Frage: Was hat Ihr Leben zuvor in der DDR bestimmt und wie war der Alltag? War wirklich „doch nicht alles schlecht“?

Birthler: Mein persönliches Leben war überhaupt nicht schlecht. Ich hatte einen interessanten Beruf, viele Freunde, und lebte mit meinen Kindern in Berlin. Natürlich erfuhren wir tagtäglich auch Einschränkungen, aber da es allen so ging, war es zu ertragen. Dass ich nicht unglücklich war, hat auch daran gelegen, dass ich zusammen mit meinen Freundinnen und Freunden in der Opposition versuchte, etwas zu verändern. Und dass wir freimütig diskutierten und wenig Angst hatten.

Frage: Nach der Wende waren Sie Abgeordnete, Ministerin, Chefin von Bündnis 90/Grünen und Stasi-Beauftragte. Was hat das wiederum aus Ihnen gemacht?

Birthler: Ich habe so viel gelernt! Zu ganz unterschiedlichen politischen Themen.

Frage: Wie betrachten Sie die bald 25 Jahre Deutsche Einheit: Ist da aus Ihrer Sicht zusammengewachsen, was zusammengehört?

Birthler: Ach, das kommt doch darauf an, worauf man achtet: Für die Generation der ganz Jungen spielt es wohl keine Rolle mehr, wer aus dem Osten und wer aus dem Westen kommt. Bei uns Älteren ist das noch anders. Ich freue mich auch, wie sich im Osten das Bild der Städte, der Dörfer und Landschaften verändert hat – so vieles war 1989 zerfallen, kaum noch zu retten. Dann aber höre ich, wie hässlich an den Stammtischen in Ost und West manchmal noch übereinander geredet wird – das gefällt mir gar nicht.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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