Frage: An jedem Tag registriert alleine die Telekom in Deutschland bis zu eine Million Angriffe auf Computer und Netze – private Nutzer sind dabei genauso gefährdet wie die Netzwerke großer Firmen und der öffentlichen Verwaltung. Wie wappnet sich die Polizei gegen Internetkriminelle?

Binias: Der Kampf gegen Cybercrime gehört zu den großen polizeilichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben das Landespolizeipräsidium Niedersachsen und die Hochschule Emden/Leer jetzt einen Rahmen-Kooperationsvertrag abgeschlossen. Mit der Hochschule wollen wir in den Bereichen Cybersicherheit und Cybercrime-Bekämpfung gemeinsame Aktivitäten in Fortbildung, Forschung und Lehre verein-baren. Dabei planen wir Fortbildungsveranstaltungen, Forschungsprojekte, gegenseitige Hospitationen und möglicherweise sogar spezielle Studiengänge für Landesbedienstete. Letztendlich geht es darum, die Cybersicherheit für die niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern und Cyberkriminalität noch wirksamer zu bekämpfen.

Frage: Eine erste Kooperation gab es ja bereits zwischen der Hochschule Emden/Leer und der Polizeidirektion Oldenburg. Wie sind die Erfahrungen?

BINIAS: Über Oldenburg sind wir auf die positive Zusammenarbeit aufmerksam geworden. Ich glaube, diese Zusammenarbeit auf das ganze Land Niedersachsen auszudehnen, ist für uns und die Hochschule von Vorteil. Es bestehen einfach noch viel mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Frage: Den am Dienstag abgeschlossenen Vertrag haben Sie als wichtigen Schritt bezeichnet, um die niedersächsische Polizei zukunftsfähiger zu machen. Woran machen Sie das fest?

BINIAS: Die Kriminalität im Netz hat mittlerweile alle wesentlichen Deliktsbereiche erfasst. Alle niedersächsischen Polizeibeschäftigten müssen daher in diesem Bereich handlungssicher sein. Ich appelliere aber gleichzeitig auch an die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Jeder, der online unterwegs ist, trägt ein Stück weit eine Verantwortung für sein eigenes Handeln im Cyberraum, das muss klar sein.

Uwe Binias ist Präsident des Landespolizeipräsidiums Niedersachsen. Im Interview äußert sich der 58-Jährige zum Thema Kriminalität im Internet, zu Gegenstrategien der Polizei, und er appelliert an die Eigenverantwortlichkeit der Bürger.


  www.polizei.niedersachsen.de 

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.