Frage: Mit vier Milliarden Euro bezuschusst die Bundesregierung Jobs für Langzeitarbeitslose. Wird das Geld gut angelegt?

Schupp: Ja. Es ist eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, denjenigen zu helfen, die ohne zusätzliche Unterstützung keinen Job finden. Lohnsubventionen können ein sinnvolles Eingliederungsinstrument sein. Darüber hinaus muss auch der Betreuungsschlüssel in den Jobcentern verbessert werden.

Frage: 150 000 Menschen will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil aus Hartz IV holen. Ein realistisches Ziel?

Schupp: Die Zahl ist angesichts der hohen Fördersumme von vier Milliarden Euro vergleichsweise bescheiden. Fraglich ist auch, ob wirklich nur diejenigen unterstützt werden sollten, die schon sieben Jahre oder länger arbeitslos sind. Um Menschen schnell und dauerhaft aus dem Hartz-IV-Bezug zu holen, wäre es sinnvoller, nicht sieben Jahre zu warten. Jobs sollten schon unmittelbar mit Beginn der Langzeitarbeitslosigkeit subventioniert und den Betroffenen Tätigkeiten im sozialen Feld der Arbeit angeboten werden. Ein dauerhafter Ausbau eines öffentlich geförderten Jobsektors wäre möglicherweise effektiver für die Integration in den Arbeitsmarkt. Das würde auch verhindern, dass Heils Paket nur ein Strohfeuer entfacht.

Frage: Der Bundesarbeitsminister will Langzeitarbeitslose fünf Jahre lang fördern. Schaffen sie danach den Sprung in eine reguläre Beschäftigung oder werden sie wieder nur „geparkt“?

Schupp: Das Risiko, dass viele Menschen nach der Förderperiode zurück in die Arbeitslosigkeit rutschen, ist groß. Viele Unternehmen könnten versucht sein, günstige Arbeitskräfte einzustellen und sie wieder zu entlassen, wenn die Lohnsubventionen auslaufen. Dann wäre nichts gewonnen. Die Menschen würden wieder in die Perspektivlosigkeit zurückgeworfen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Frage: Und was schlagen Sie vor?

schupp: Notwendig ist ein kommunaler Arbeitsmarkt, für den Städte und Gemeinden Geld vom Bund bekommen – genannt Passiv-Aktiv-Transfer. Wenn Städte und Gemeinden Geld einsetzen könnten, um soziale Jobs auf einem kommunalen Arbeitsmarkt zu schaffen, wären weniger Steuergelder für Hartz-IV-Leistungen erforderlich. Das wäre besser für alle Beteiligten!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.