Frage: Wie sind Sie zum Bauchrednern gekommen?
Sönke Ruge: Eigentlich war ich in der Schule immer schüchtern, aber ich hatte Lust auf Zauberei, und deshalb habe ich mit 18 Jahren angefangen, auf Kindergeburtstagen aufzutreten. Dann haben mich auch irgendwann die Erwachsenen gebucht. Deshalb sollte noch etwas Witziges mit reinkommen. So bin ich aufs Bauchreden gekommen. Ich habe mal einen Lehrgang gemacht. Jetzt bin ich seit 20 Jahren als Bauchredner unterwegs.
Frage: Wie lange braucht man, um Bauchrednern zu beherrschen?
Sönke Ruge: Der Lernprozess endet nie. Wichtig ist: Die Puppen müssen in Bewegung sein, man muss sie zum Leben erwecken. Wenn man das hinkriegt, dann gucken die Leute gar nicht so auf den Mund des Bauchredners, sondern auf den, der gerade spricht. Und das ist dann die Puppe.
Frage: Was ist besonders schwer auszusprechen?
Sönke Ruge: B und P kann man schlecht sprechen, deshalb heißen meine Puppen auch nicht Barbara und Paul.

Scharrel feiert Karneval – Alle Infos auf einem Blick

Karneval: In Scharrel wird diesen Samstag und Sonntag Karneval gefeiert. Los geht es am Samstag, 16. Februar, um 20.11 Uhr in der Sport- und Mehrzweckhalle am Sportplatz 24 in Scharrel mit dem großen Galaabend.

Veranstalter: Für die Organisation des närrischen Festes ist auch in diesem Jahr wieder der Sater-Ems-Carneval-Club (SECC) verantwortlich.

Galaabend: Am Samstag, 16. Februar, können sich die Karnevalisten auf den Galaabend freuen. Er beginnt um 20.11 Uhr, Einlass ist ab 19.11 Uhr. Es wird eine Mischung aus Tanz, Show und Gesang geben. DJ Marcel Gebhardt sorgt auf der anschließenden Party für Stimmung. Verkleiden ist erwünscht, aber kein Muss.

Karten: Karten für den Galaabend gibt es an der Abendkasse.

Kinderkarneval: Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Kinder. Einlass ist ab 13.30 Uhr, Beginn ist um 14.11 Uhr. Im Programm sind Show, Tanz, Gesang, eine Ballonkünstlerin sowie Kaffee und Kuchen. Es wird auch ein Kinderelferrat gekürt.

Bauchredner: Der Bauchredner Sönke Ruge steht mit seinen Puppen Louie und Lola am Samstag beim Galaabend auf der Bühne.

Frage: Haben Sie Ihre Schüchternheit einfach übers Bauchreden verloren?
Sönke Ruge: Es ist unglaublich, was Puppen für eine Macht haben. Eigentlich bin ich ein Lieber, aber wenn ich böse werde, wenn ich die Puppe in der Hand habe, kann ich sagen was ich will. Denn: Der Puppe ist nie jemand böse. Zum Beispiel habe ich mal Herrn Lies veräppelt, im Sinne von ,Mach mal dies, mach mal das’ – das hätte ich nie im Leben zu ihm gesagt, aber die Puppe war ganz locker… So kann man viele Spitzen verteilen. Herr Lies meinte nach meiner Show, dass er das nächste Mal auch eine Puppe mit in den Landtag nehmen würde, um durch diese Dinge auszusprechen, die man sonst so nicht sagen würde... (lacht)
Frage: Standen Sie schon häufiger vor solchen Berühmtheiten auf der Bühne?
Sönke Ruge: Ich bin schon vor Politikern aufgetreten und vor anderen bekannten Leuten. Guildo Horn saß zum Beispiel mal im Publikum.
Frage: Schreiben Sie Ihre Gags selbst?
Sönke Ruge: Vieles kommt von alleine. Ich habe auch oft Zuschauer, denen etwas einfällt.
Frage: Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
Sönke Ruge: Die Familie und das engere Umfeld haben einen großen Einfluss. Man kann sich auch einiges aus Witzbüchern, aus dem Internet und von Facebook abschauen. Aber es ist am Schönsten, wenn es aus den eigenen Reihen kommt.
Frage: Welche ist Ihre Lieblingsfigur?
Sönke Ruge: Louie ist meine erste Figur. Er gehört zu meinen Lieblingen.
Frage: Wie ist die Figur entstanden?
Sönke Ruge: Da ich damals damit angefangen habe, vor Kindern aufzutreten, habe ich mir erstmal Kindergags angeeignet. Louie ist ein neunjähriger Schuljunge. Sein Vater ist auch Zauberer, weshalb er sich bei Louies Geburt in Luft aufgelöst hat. Louie erzählt von Zuhause, von der Familie, von Schule, Lehrern und Sport. Damit können sich Kinder gut identifizieren. Bei den Erwachsenen kommt Oma Lola besser an.
Frage: Was macht die?
Sönke Ruge: Oma Lola kann viel erzählen aus dem Altenheim. Das ist auch nicht immer ganz jugendfrei. Die hat es faustdick hinter den Ohren. Mit Oma Lola geht es mehr in den Comedybereich.
Frage: Sie haben ja auch oft ein sehr gemischtes Publikum. Wie kriegen Sie es hin, dass sowohl der Opa lacht als auch das Kind?
Sönke Ruge: Die Mischung muss stimmen. Wenn Kinder vor Ort sind, versuche ich immer, die auch mit auf die Bühne zu nehmen. Bei Familienveranstaltungen ist das häufig der Fall. Dann zeigt Oma Lola auch nicht ihr ganzes Repertoire. Die Leute kriegen auch häufig eine Bauchrednermaske von mir und müssen mitmachen. Das ist auch immer eine schöne Sache fürs Publikum, wenn die Leute aus den eigenen Reihen eingebunden werden.
Frage: Da muss man ganz schön spontan sein, oder?
Sönke Ruge: Die Flexibilität kommt mit den Jahren. Irgendwann kann man seine Schublade öffnen und sowas abrufen.
Frage: Sie nehmen sich dabei nicht selten auch selbst auf den Arm. Ein Erfolgsrezept?
Sönke Ruge: Das gehört total dazu. Grundsätzlich bleiben die Gags bei den Puppen. Aber die Puppen sollen auch mich veräppeln und andersrum. Es gehört zum Stil des Bauchredners, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Frage: Womit ziehen die Puppen Sie dann auf?
Sönke Ruge: Wenn bei Louie mal die Hose rutscht, sage ich zum Beispiel: ,Es sieht so aus, als hättest du ein paar Pfunde verloren’. Er antwortet dann: ,Und du siehst so aus, als hättest du sie gefunden’.
Frage: Haben sie auch einen lustigen Beruf?
Sönke Ruge: Ich habe einen ganz normalen Bürojob in einem Ärztehaus. Allerdings nur vier Tage die Woche, damit ich Zeit für mein Bauchrednern habe.
Nina Janssen Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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