Frage: Herr Fühner, was war Ihre Motivation, für den JU-Vorsitz in Niedersachsen zu kandidieren?
Fühner: Der Vorsitz der Jungen Union Niedersachsen ist für mich Ehre und Verantwortung zugleich – Ehre, weil dieser Verband so vielseitig ist, so viele politische Talente hat, die ich fördern und unterstützen möchte. JU-Arbeit ist erstrebenswert, weil aus der Jungen Union so viele gute Ideen für die politischen Ebenen entstehen können. Zugleich ist die Wahl zum Landesvorsitzenden auch Verantwortung – ich bin mir sehr bewusst, dass ich ohne die Junge Union nie in die Politik gekommen wäre. Unser Verband zeichnet sich durch eine gute Vernetzung, viele politische Initiativen und enorme Kreativität aus. Dies möchte ich weiter ausbauen und die gute Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen.
Frage: Was wollen Sie anders/besser machen als Ihr Vorgänger?
Fühner: Die JU in Niedersachsen ist Tilman Kuban zu großem Dank verpflichtet. Er hat die zurückliegenden fünf Jahre sehr viel für die Junge Union geleistet und den Verband professionalisiert. Durch ihn hat die JU eine sehr hohe Akzeptanz in der politischen Landschaft Niedersachsens. Daran will ich anknüpfen, ohne ihn zu kopieren. Sicherlich werde ich mich stärker auf die Landespolitik fokussieren – das bringt das Mandat im Niedersächsischen Landtag mit sich. Zudem möchte ich einen Schwerpunkt auf die Kommunalpolitik legen und Ideen erarbeiten, die wir vor Ort umsetzen können. Für mich ist die politische Mitte Anker meiner Arbeit und mit mir wird die JU sich auch dort breit machen, in den Themen, die für unsere Zukunft wichtig sind.
Frage: In Ihrer Videobotschaft zur Kandidatur haben Sie betont, dass Sie gemeinsam mit den Mitgliedern Ideen entwickeln wollen, wie die Junge Union in Niedersachsen weiterentwickelt werden kann. Welche Ideen gibt es bereits? Wie wollen Sie junge Menschen für Politik begeistern?
Fühner: Unsere vielen aktiven Verbände vor Ort überall in Niedersachsen entwickeln fast wöchentlich neue Ideen – unsere Aufgabe als Landesverband ist es auch, unsere Mitglieder bei der Umsetzung zu unterstützen und ihnen zur Seite zu stehen. Dabei geht es zum einen um die lokalen Themen wie etwa die Einrichtung von Jugendkellern, intelligenten ÖPNV-Systemen oder der Errichtung von Jugendparlamenten. Zum anderen geht es aber auch darum, dass wir die Azubis, Schüler und Studenten fragen, welche Themen sie auf Bundes- oder Landesebene bewegen. Sich um eine gute Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik zu kümmern, ist genauso Aufgabe der Jungen Union. Im Kern geht es mir darum, dass die JU ernst genommen wird. Ich möchte, dass unsere jungen Menschen innerhalb der CDU Verantwortung übernehmen und gleichzeitig Querdenker sind und werden. Jede Partei braucht Erneuerung und frische Ideen – das geschieht vor allem durch die Junge Union. Diesen Prozess weiter voranzutreiben und der JU Profil zu geben, sehe ich als meine Aufgabe an. Wenn wir dies erfolgreich machen, wenn politische Ideen umgesetzt werden, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen, dann ist das auch das beste Rezept, um Jugendliche für Politik zu begeistern.
Frage: Auch haben Sie es sich zum Ziel gesetzt, das kommunalpolitische Profil der Jungen Union zu schärfen – wie soll das gelingen?
Fühner: Zunächst möchte ich unsere kommunalen Mandatsträger zusammenbringen. Wir haben viele Kreistagsabgeordnete, viele Stadtrats- und Gemeinderatsmitglieder. Mit ihnen zusammen will ich bereits jetzt den Blick auf die Kommunalwahl 2021 richten. Wir wollen frühzeitig die Frage aufwerfen, welche Mitglieder bereit sind, für ein kommunales Mandat zu kandidieren. Mein Ziel ist es, dass wir die Anzahl von JU-Mandatsträgern deutlich erhöhen. In einem zweiten Schritt geht es um die inhaltliche Ausrichtung der JU. Ich möchte ein Kommunalwahlprogramm der Jungen Union auflegen, in dem klar definiert wird, wie wir uns generationengerechte Kommunalpolitik vorstellen. Wir werden uns schon sehr bald an die Arbeit machen und einen Ideenpool für junge Kommunalpolitiker auflegen, die Vernetzung vorantreiben und einen echten Mehrwert durch die Mitgliedschaft in der Jungen Union für Mandatsträger darstellen.
Frage: Kommen wir mal zu Mitgliederzahlen: Wo steht die Junge Union Niedersachsen aktuell, wo soll sie, sagen wir mal, nach zwei Jahren mit Ihnen an der Spitze stehen?
Fühner: Wir haben gut 8500 JU-Mitglieder in Niedersachsen. Ein allgemeiner Trend sinkender Mitgliederzahlen ist bei allen politischen Partei- und Jugendorganisationen festzustellen. Mein Ziel ist es natürlich, dass wir uns diesem Trend entgegenstellen. In der Detailarbeit gibt es viele Möglichkeiten – im Kern geht es aber vor allem darum, dass wir bei jungen Menschen präsent sein müssen, dass wir ihnen attraktive Angebote machen. Ein hohes Maß an Aktivität gepaart mit einer guten Ansprache und einem authentischen Auftreten bei den für junge Menschen relevanten politischen Fragestellungen sind das beste Mittel, um Neumitglieder zu gewinnen.
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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