Frage: Frau Saathoff, wo, wann und vor allem wie wird die ev.-lutherische Kirchengemeinde Harpstedt den runden Geburtstag feiern – kindgerecht oder mehr gerichtet an die Ehemaligen, die doch längst erwachsen sind?
Saathoff: Die Kinderkirche feiert ihr Jubiläum mit einem Familiengottesdienst. Am Ostersonntag um 10 Uhr sind alle jetzigen und ehemaligen Kinderkirchkinder in die Christuskirche eingeladen. Es wird im Gottesdienst ein Anspiel, eine Kurzpredigt und eine Bastelaktion geben, dazu ein Interview mit einer „Frau der ersten Stunde“ und einer von den jetzigen Teamern, die auch schon als Kind zur Kinderkirche kam. Wir werden alte und neue Lieder aus der Kinderkirche singen, und ich hoffe, die Ehemaligen werden sich leicht und gern in den Gottesdienst hineinfinden. Im Anschluss dürfen die jetzigen Kinderkirchkinder rund um die Kirche Ostereier suchen, die Ehemaligen haben bei Kaffee und Käsebrötchen die Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und ein kleines Präsent entgegenzunehmen.
Frage: Wie ging es vor 40 Jahren los mit der Kinderkirche?
Saathoff: Pastor Dörrie sprach im Frühjahr 1979 einige Mütter an, die sich schnell zu einer sehr wendigen und lebendigen Gruppe zusammenfanden. Es gab einen wöchentlichen Kindergottesdienst am Freitag, bald trafen sich die Kinder in drei großen Gruppen, und die Zahl der Teamer wuchs stetig. Die biblischen Geschichten wurden den Kindern auf vielfältige und kreative Weise nahe gebracht. Hella Beckmann, die mit zu den Gründerinnen der Kinderkirche zählt, sagte: „Kinderkirche war ansteckende Freude“.
Frage: Was kennzeichnet die „Harpstedter Version“ von Kinderkirche, was unterscheidet sie von Angeboten anderer Kirchengemeinden?
Saathoff: Die Harpstedter Kinderkirche trifft sich schon seit etlichen Jahren einmal im Monat an einem Samstagvormittag von 10 bis 12 Uhr. Der Ansatz von vor 40 Jahren hat sich gar nicht sehr verändert: Unser Ziel ist es, Kindern die Geschichten der Bibel nahezubringen. Das geschieht mit Bildern, Spielen und Bastelaktionen. Kinderkirche findet mal draußen im Garten statt, wir waren auch schon mal im Wald oder in einem Pferdestall. Oft nutzen wir die gesamte Kirche, indem wir eine Geschichte an verschiedenen Stationen nacherzählen oder spielen. Dabei steht und fällt die Kinderkirche mit den Teamerinnen und Teamern, die entscheidend in allem mitwirken.
Frage: Was ist das Ziel der Kinderkirche – und wird es erreicht?
Saathoff: Das Ziel der Kinderkirche ist es, dass die Kinder für sich entdecken, dass Gott, dass Jesus Christus und auch der Heilige Geist eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen. Die Kinder sollen die Geschichten der Bibel kennenlernen und verstehen, dass sie selbst Teil dieser Geschichten sind. Ob es erreicht wird? Das kann ich nicht wirklich sagen, ich denke, das ist auch Sache des heiligen Geistes und seines Wirkens. Wir können uns nur immer darum bemühen, dem Raum zu geben. Aber ich finde, es ist schon ein Zwischenziel erreicht, wenn die Kinder gerne kommen.
Frage: Gibt es ein Erlebnis, das Sie persönlich mit dem Begriff Kinderkirche verbinden?
Saathoff: Ich bin selbst ein altes Kindergottesdienstkind. Hätte ich nicht vor über 50 Jahren in meiner Heimatgemeinde so einen guten Kindergottesdienst miterlebt, wäre ich vielleicht nie Pastorin geworden.
Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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