Frage: Im Amazonasgebiet brennt der Regenwald. Wo bleibt eine entschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft?
Göring-Eckardt: Diese Brände sind eine Katastrophe globalen Ausmaßes. Emmanuel Macron hat immerhin verstanden: Es ist nun an der Zeit, das Mercosur-Handelsabkommen zu stoppen, das die Vernichtungsspirale des Amazonas weiter beschleunigt. Der Grund liegt auf der Hand. Es wird abgeholzt und abgebrannt, um Platz für Soja und Export-Rinder auch für den europäischen Markt zu schaffen. Angela Merkel muss sich Frankreich und Irland anschließen und Bolsonaro klarmachen, dass es ohne Einhaltung von guten Klima-, Naturschutz- und Menschenrechtsstandards kein Abkommen geben kann. Europa muss den Import für Produkte stoppen, die den Regenwald zerstören.
Frage: Macht das Format des G7-Gipfels überhaupt noch Sinn, wenn es am Ende nicht einmal mehr eine gemeinsame Abschlusserklärung geben soll?
Göring-Eckardt: Reden ist natürlich immer gut. Aber G7 hat sich als informelles Machtzentrum überlebt – ohne China und mit einem amerikanischen Präsidenten, dem multilaterale Vereinbarungen egal sind. Das G20-Format ist sinnvoller, weil es einen Großteil der weltweiten Bevölkerung, Wirtschaft und auch der CO2-Emissionen an einen Tisch zusammenbringt.
Frage: Gehört Russland wieder zurück mit an den Verhandlungstisch?
Göring-Eckardt: Russland ist wegen der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim aus der G8 ausgeladen worden. An dieser Lage hat sich nichts geändert. Deshalb wäre es – unabhängig von der Frage, ob der Ausschluss vor fünf Jahren richtig war – jetzt falsch, sie wieder an den Tisch zu laden.
Frage: Am 20. September wollen Union und SPD ihr gemeinsames Klimaschutzkonzept vorlegen. Wie lassen sich die Klimaziele noch erreichen?
Göring-Eckardt: Kohleausstieg jetzt umsetzen und gleichzeitig die Erneuerbaren Energien schneller ausbauen. Verkehrswende sofort einleiten, Bahnfahren attraktiver und preiswerter machen, dafür weg vom Verbrennungsmotor beim Pkw, und Fliegen endlich so besteuern wie andere Verkehrsmittel auch. Angemessener sozial ausgestalteter CO2-Preis, der als Energiegeld wieder an die Bürger zurückgezahlt wird.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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