Frage: Was ist das Besondere am Fliegen von Kampfjets?

Hartl: Die Formel 1 der Fliegerei ist die Jagd- und Kampffliegerei. Die Verkehrsfliegerei ist das Busfahren.

Frage: Wie gefährlich sind die Trainingsflüge?

Hartl: Trainingsflüge sind nicht gefährlicher, als auf der Autobahn zu fahren. Trainingsflüge werden akribisch vorbereitet. Es gibt sogenannte „mission lay outs“, die Piloten und Crews erhalten. Sie bestimmen den Ablauf eines Trainingsfluges. Die Piloten werden so ausgiebig auf den Einsatz vorbereitet. Diese Pläne werden dann abgeflogen. Anschließend gibt es ein ausführliches Nachgespräch. Die Missionen steigern sich in der Komplexität und im Anspruch: Das heißt, wir fangen einfach an, und ganz zum Schluss geht es darum, den erflogenen Status in Trainingsflügen aufrechtzuerhalten. Kampfpiloten sind keine Rowdys der Lüfte, sondern gewissenhafte Flugzeugführer, die ein von der Luftwaffe vorgeschriebenes Ausbildungs- und Trainingskonzept erfüllen. Und dieses Konzept wird eingehalten.

Frage: In welchen Gebieten finden diese Flüge statt?

Hartl: Wir haben zum Beispiel im westdeutschen Bereich – also Wittmund und Nörvenich, wo die „Eurofighter“ unter anderem stationiert sind – die Möglichkeit, über die Nordsee auszuweichen. Dort gibt es Übungsgebiete, aber es gibt auch welche über Land. Über Land nennt sich das TRA – Temporary Reserved Area (Vorübergehend reservierter Bereich). Diese werden mit der zivilen Luftfahrt abgesprochen. Wenn militärische Einheiten diesen Luftraum beanspruchen wollen, müssen sie dies vorher anmelden. Dann wird die TRA für den Zeitraum von der Flugsicherung freigegeben und auch von der zivilen Luftsicherung mit überwacht. Diese Gebiete werden auch gebraucht, da man nicht jederzeit auf die Nordsee ausweichen kann. Da geht es erstens um die Wassertemperatur und damit auch um die Sicherheit. Zweitens geht es auch um den Seestatus: Sind die Wellen zu hoch, ist es verboten, im Trainingsflug über Wasser zu fliegen. Überschalltrainingsflüge können über Land ab 36 000 Fuß (knapp elf Kilometer), über See ab 20 000 Fuß (rund sechs Kilometer) Höhe in dafür freigegeben Lufträumen durchgeführt werden.

Frage: Wie bewerten Sie den „Eurofighter“?

Hartl: Der „Eurofighter“ ist eines der besten Kampfflugzeuge der vierten Generation.

Frage: Sie sind den „Starfighter“ geflogen, von denen vor allem in den 1960ern einige Maschinen verunglückten. Wie sind Sie damit umgegangen?

Hartl: Das muss jeder für sich selbst ausmachen. Ich kenne einige wenige Kameraden, die aufgehört haben, weil sie einen Kollegen verloren haben. Das kam aber nur sehr selten vor. Für mich persönlich war es einfach, solange der Flugunfall erklärbar war, kein Grund aufzuhören. Es ist tragisch, aber man kann aus Flugunfällen immens viel lernen, um weitere Ursachen, die zu einem Unfall führen, auszuschließen.

Christian Ahlers Redakteur / Online-Redaktion
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