Frage: Herr Bommes, ihr thematisches Profil ist alles andere als eindeutig: Sport, Quiz, Lokales und sogar Wahlberichterstattung haben sie schon gemacht. Jetzt kommt auch noch eine Talkshow dazu. Gibt es etwas, womit Sie so gar nichts anfangen können?

Bommes: Ich werde nie eine Kochshow moderieren können – und auch nie an einer teilnehmen. Auch Ratgeber Technik werde ich wohl nie moderieren. Die kann ich nicht mal gucken, weil ich sie nicht begreife. Ich finde mein Profil vielseitig – ich freue mich, in den nächsten Jahren beruflich Ruhe zu haben. Im vergangenen Jahr habe ich ein paar Sachen abgegeben. Jetzt sind drei Sachen geblieben: Sport, ein Quiz – Gefragt – Gejagt im NDR – und die Talkshow. Und das sind auch die drei Dinge, dich ich am allermeisten liebe. Ich muss aber damit leben, dass die Leute denken: „Ach, jetzt macht er auch noch das.“

Frage: Worauf freuen Sie sich in der neuen Show am meisten?

Bommes: Ich freue mich auf das Arbeiten im Vorfeld. Ich habe total Lust, mich mit den Infos über die Leute auseinanderzusetzen. Das ist ja die ganz klassische journalistische Arbeit an Menschen. Wenn man dann im schönen Studio im schönen Licht sitzt, ist es ja ein bisschen wie ein Abend beim Italiener. Und das mache ich auch ganz gern. Ich freu mich total.

Frage: Haben Sie sich Tipps bei Ihrer Lebensgefährtin Julia Westlake geholt. Die hat ja die NDR-Talkshow einige Jahre moderiert.

Bommes: Wenn es konkret bei Gästen wird, werde ich mir sicher Ratschläge holen. Vor allem weil ich sie damals schon toll fand. Ich war schon Fan bevor ich sie überhaupt kennengelernt habe. Sie war so anders. Bisher haben wir aber noch nicht darüber gesprochen. Unser Anteil an beruflichen Gesprächen zu Hause in der Familie liegt bei ungefähr fünf Prozent.

Frage: Sie waren also schon Fan von Ihrer Frau bevor Sie sie kennengelernt haben?

Bommes: In der Tat. Sie hatte eine ganz besondere Art. Wenn ich sie im Fernsehen gesehen habe, bin ich häufig hängen geblieben. Sie ließ sich in Gesprächen nichts gefallen – das fand ich schon toll. Ich war damals auch noch nicht beim Fernsehen.

Frage: Nun kommt ja im nächsten Jahr auch die Sportschau am Sonnabend hinzu. War das für einen sportbegeisterten Jungen­, wie Sie, ein Kind­heitstraum?

Bommes: Die Sportschau kam ja schon 2011 mit den ARD-Einsätzen für Olympia. Und im Grunde ist das alles ein gelebter Traum. Die nächste Stufe ist dann natürlich die Samstags-Sportschau mit der Fußball-Bundesliga ab der kommenden Saison. Ich habe auch für mich selbst versucht, eine andere Bewertung als Kindheitstraum zu finden, aber es gibt keine. Jeder, der für dieses Format gefragt wird, kann eigentlich nur gleich antworten. Damit wächst man auf und man hätte nie gedacht, dass man dann irgendwann da steht. Und das ist einfach nur toll!

Frage: Gibt es einen Kindheitstraum, den Sie sich nicht erfüllt haben?

Bommes: Ich war 1992/93 ein Jahr in Amerika. Als 17-jähriger Ausstauschüler. Da bin ich wahnsinnig amerikanisiert worden. Ich bin auch danach noch häufig da gewesen. Und ich hätte mir gern den Traum erfüllt, in Amerika zu studieren. Wenn mir meine Handball-Karriere nicht dazwischen gekommen wäre. Im Nachhinein hätte ich nichts anders gemacht, aber ein Traum war es schon. Ich habe damals alles aufgesaugt, was es zu diesem Leben auf dem Campus in Amerika gab.

Frage: Sie haben Jura studiert. Wie sind Sie trotzdem in der Medienbranche gelandet?

Bommes: Ich wollte immer Rechtsanwalt und Notar werden, wie mein Vater. Bin 1999 dann Handballprofi für ein paar Jahre geworden, und habe nebenbei weiter Jura studiert. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich meinem eigenen Anspruch, ein guter Jurist zu werden, nicht mehr gerecht werden kann. Meine Interessenschwerpunkte hatten sich dann auch verlagert. Ich hatte beim Handball viel mit Journalisten zu tun und später auch den Drang mich beim Radio auszuprobieren und so nahm es seinen Lauf. Das Jura-Studium­ hat mir bei meiner journa­listischen Laufbahn­ auch oft weiter­geholfen.

Frage: Sie werden im nächsten Jahr 40. Wie gehen Sie damit um?

Bommes: Ich bin gespannt, was es mit mir macht. Ich sitze ja gern mit meinen Kumpels zusammen und rede über die gute alte Zeit – und das mit 39. Und ich weiß nicht, ob es schlimmer wird, wenn ich 40 werde. Aber der Spruch – so abgedroschen er auch klingen mag: Man ist nur so alt wie man sich fühlt, trifft auf mich total zu. Ich habe das Gefühl – vom körperlichen Verfall mal abgesehen – innerlich zwischen 39, 18 und 25 zu schwanken. Ich feiere einfach eine riesige Party und dann tut das alles nicht mehr so weh.

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