Frage: Romy Camerun, Sie sind mit Jazz-Größen wie Peter Herbolzheimer, Clark Terry und Charlie Mariano aufgetreten. An diesem Donnerstag stehen Sie mit der Northwest Concert Band auf der Bühne des Wilhelm 13. Kann man Sie als erfahrene Künstlerin noch überraschen?

camerun: Nun ja. Von den elf Musikern der Northwest Concert Band hatte ich sechs bis zur Probe am Mittwoch noch nie zuvor gesehen.

Frage: Ist das problematisch für Sie?

camerun: Eigentlich nicht. Als professionelle Musiker sind wir es im Jazz ja gewohnt, zu improvisieren. Ich vertraue da ganz auf Malte Schiller, der die Arrangements für die Stücke gestaltet hat. Da kann die Bigband mal zeigen, was in ihr steckt.

Frage: Auf welches Programm kann sich das Publikum im Wilhelm 13 freuen?

camerun: Es wird sicher energiegeladen, andererseits auch elegant. Letztlich wird es ein bisschen wie bei einer Oscar-Verleihung.

Frage: Was meinen Sie damit?

camerun: Nun, jeder Einzelkönner bringt an diesem Abend seine Stärken und Talente in die Bigband ein. Es wird ein enormer Klangapparat aufgebaut. Und am Ende wirkt es auf das Publikum als hoffentlich perfekte Show.

Frage: Was macht die Arbeit mit einer Bigband aus?

camerun: Der Tune, also der Klang, wird wesentlich vom Arrangeur bestimmt, der die Stimmführung und die technischen Möglichkeiten der Instrumente und der Instrumentalisten sehr genau kennen muss, um den gewünschten Gesamtklang möglichst effektvoll zu gestalten. Das ist schon die hohe Schule – und deshalb auch sehr kostspielig, wenn man die beste Qualität bekommen möchte. Deshalb gibt es auch nicht mehr so viele Bigbands.

Frage: Sie unterrichten Jazz-Gesang in Hannover, an der Folkwang-Schule in Essen und in Osnabrück. Ist es ganz jungen Musikern anzuraten, sich früh in Schüler-Bigbands auszuprobieren?

camerun: Auf jeden Fall. Egal, ob in der Schulaula oder im Bandshop: Jeder Auftritt trägt zum musikalischen Reifeprozess bei. Viele renommierte Musiker haben mal in Jugendorchestern begonnen. Und das ist das Beste, was man machen kann: spielen, spielen, spielen!

Frage: Und wenn´s schief klingt?

camerun: Egal. Ist doch viel besser, als sich bei „Deutschland sucht den Superstar“ zu opfern. Da kann man nix beweisen.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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